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Der neunte Streich des SC Cottbus
Vize-Weltmeister Boy führte die Rotweißen zum sicheren Finalsieg / Er selbst bester Scorer / Straubenhardt entthront / Trainer Oelsch turnte 1991 beim ersten Mannschaftssieg noch mit
28.11.10
Die Turner des SC Cottbus holten den Titel des deutschen Mannschaftsmeisters wieder zurück in die Lausitz. In der Berliner Max-Schmeling-Halle setzten sich die Cottbuser um Vize-Mehrkampfweltmeister Philipp Boy sicher 36:23 gegen den KTV Straubenhardt durch.

Beim Titelverteidiger fehlten der Reck-WM-Dritte Fabian Hambüchen und der amtierende deutsche Mehrkampfmeister Marcel Nguyen wegen einer Verletzung.

SCC-Kapitän Philipp Boy strahlte beim Sieg vor 2000 Zuschauern mit seinem erfolgreichen Einsatz Vorbildwirkung aus. Mit 15 Punkten war der Weltklasseathlet auch bester Scorer des Tages. Bereits zur Halbzeit führten die Cottbuser nach dem Remis am Boden und den Siegen am Pferdseit und den Ringen relativ sicher 18:10. Den Vorsprung ließ sich die von Karsten Oelsch gecoachte Riege auch nicht mehr nehmen.

Boy freute sich: „Es ist immer wieder geil in Berlin zu turnen. Mit diesem Mannschaftssieg beschließe ich ein für mich erfolgreiches Jahr 2010“. Die Cottbuser Turner widmeten diesen Erfolg ein wenig ihrem umsichtigen Klubgeschäftsführer Reinhard Rau . Er liegt seit Tagen im Cottbuser Krankenhaus.

Der SC Cottbus erreichte diesen neunten Titel als ein einmaliges Ergebnis im deutschen Turnsport mit einer in der Lausitz geformten Mannschaft. „Wir wollen uns auch keine Mannschaft zusammenkaufen“, sagte SCC-Präsident Wolfgang Wollgam, der sich in dieser Hinsicht bestätigt sah. Die intensive Nachwuchspflege im Leistungsstützpunkt zahlte sich erneut aus. 1991 gewann der Klub in Rot und Weiß die erste Nummer.

Dann weiteten die Lausitzer diese Bilanz in den Jahren weiter aus. In der ewigen Rangliste liegt Stuttgart mit sieben Meisterschaften an zweiter Stelle. Aus dem ersten Cottbuser Siegerteam von 1991 kreiiert freilich kein Turner mehr an den Geräten sein Können. Aber Karsten Oelsch beispielsweise sitzt als Trainer der Riege heute auf einem erfolgreichen Stuhl. Olaf Neumann und Mirko Wohlfahrt bringen Ihre Erfahrungen als internationale Kampfrichter und im Managementbereich ein und Sylvio Kroll blieb dem Sport als Mann im Olympiastützpunkt Brandenburg erhalten.

Keine Frage das nun auch der zehnte Mannschaftstitel in den frisch sanierten Hallen im Cottbuser Sportzentrum ein Jahr vor den Olympischen spielen geschmiedet werden soll. (sos)
SCC hofft im Finale auf „Seitpferd-Joker“ Juckel
Der SC Cottbus greift am Samstag nach dem neunten deutschen Mannschaftstitel. Im Finale der Deutschen Turn-Liga (DTL) in der Berliner Max-Schmeling-Halle (Beginn: 17.30 Uhr) trifft der Rekordmeister auf Titelverteidiger KTV Straubenhardt. SCC-Trainer Karsten Oelsch erwartet „ein Nervenspiel “, kann aber mit einem „Überraschungsjoker“ aufwarten: Robert Juckel.
27.11.10
„Ich gehe davon aus, dass Robert am Seitpferd turnen wird“, sagte Karsten Oelsch am Freitag. Zuletzt hatte Juckel im Mai für den SCC in der DTL geturnt, sich seitdem auf den Abschluss seiner Ausbildung zum Bankkaufmann konzentriert. Im Finale will der zweimalige Olympia-Teilnehmer seiner Mannschaft am „Wackelgerät“ Seitpferd aber helfen. Denn jeder Punkt zählt gegen die KTV Straubenhardt, um die 21:41-Niederlage aus der Vorwoche in einen Sieg umzuwandeln. „Ich denke, der Wettkampf wird eine enge Kiste. Vermutlich wird das Finale erst am letzten Gerät entschieden – und das Reck wird ein Nervenspiel“, sagte Oelsch. Neben Juckel kann der SCC-Trainer Bestbesetzung aufbieten. Mehrkampf-Vize-Weltmeister Philipp Boy will einen Sechskampf turnen („Ich bin fit.“), daneben zählen der Ukrainer Roman Zozulja, Steve Woitalla, Philip Sorrer, Victor Weber, Christopher Jursch und Alexander Grötsch zur Mannschaft.

Ganz anders sieht die Lage bei der KTV Straubenhardt aus. Fabian Hambüchen hat nach seinen Achillessehnenbeschwerden seine Saison beendet, nimmt aber am Samstag an Stefan Raabs „TV Total Turmspringen“ teil. Mehrkampf-Meister Marcel Nguyen kuriert einen Wadenbeinbruch aus. In der vergangenen Woche brach sich André Schaich im letzten Bundesliga-Wettkampf zwei Knochen der Mittelhand. „Die Jungs werden kämpfen. Sie sind heiß. Sie wollen so viele Punkte wie möglich holen, dann werden wir sehen. Wir sind schon Zweiter. Der Titel wäre nur eine Zugabe“, gibt sich KTV-Cheftrainer Alexei Grigoriev angesichts der widrigen Umstände kämpferisch. Trotzdem ist der Retorten-Klub, der im Gegensatz zum SCC auf eine zusammengekaufte Riege setzt, nicht zu unterschätzen. Mit Thomas Taranu und dem Russen Maxim Dewiatkowski kann Grigoriev zwei starke Sechskämpfer ins Rennen schicken. Gerätespezialisten wie Vladimir Klimenko und Sergej Charkow sind ebenfalls für viele Punkte gut.

Für SCC-Trainer Karsten Oelsch ist deshalb klar: „Wer weniger Fehler macht, wird gewinnen“, so der Cottbuser. Das Pferd kann deshalb „der Knackpunkt“ (Oelsch) werden, das in der vergangenen Woche mit 8:4 an die KTV ging. Der Trainer setzt deshalb auf die große Routine seines „Jokers“ Robert Juckel. (lr-online.de)
SCC wittert Chance im Finale der DTL
Verletzungspech in Straubenhardt, dazu Zoff um Fabian Hambüchen: Die Turner des SC Cottbus wollen beim Liga-Finale an diesem Wochenende in Berlin die missliche Lage des Dauer-Rivalen nutzen und den Titel in die Lausitz holen. Gab es vor einer Woche noch eine deftige 21:41-Pleite, sind die Vorzeichen diesmal andere. Die KTV Straubenhardt muss auf drei Leistungsträger verzichten - der SCC wittert seine Chance.
27.11.10
«Wir werden in jedem Fall eine Cottbuser Mannschaft sehen, die in der Lage sein wird, die Straubenhardter zu ärgern», glaubt Trainer Karsten Oelsch. Der Coach hatte bei der «Generalprobe» vor wenigen Tagen noch Vize-Weltmeister Philipp Boy geschont, in der Berliner Max-Schmeling-Halle wird dieser wieder an die Geräte gehen.

Anders die Situation in Baden, wo neben den verletzten Mannschafts-Europameistern Hambüchen (Achillessehnenprobleme) und Marcel Nguyen (Wadenbeinbruch) auch André Schaich (Mittelhandbruch) ausfällt. Dennoch glaubt Trainer Alexej Grigoriev an die erfolgreiche Titelverteidigung der KTV: «Es wird schwer. Aber wir haben immer gekämpft, und das werden wir auch am Samstag machen. Wir betreiben Sport. Und im Sport ist nichts unmöglich.»

Für den größten Ärger sorgt weiter der Superstar: Dass Hambüchen weder ans Gerät geht noch als moralische Unterstützung die Reise mit nach Berlin antritt, sondern stattdessen Entertainer Stefan Raab und dessen TV-Turmspringen den Vorzug gibt, kam weder bei Grigoriev, noch der Mannschaft oder bei KTV-Chef Horst Rapp gut an. «Hambüchen muss sich jetzt einmal klar werden, wie seine sportliche Ausrichtung in Sachen Bundesliga sein wird. Dann können wir uns zusammensetzen», sagte Unternehmer Rapp.

«Wir haben seit 2004 einen Vertrag, in dem steht, dass Fabian antritt, wenn es gerade passt. Diesmal hat es eben nicht gepasst», entgegnete Vater und Trainer Wolfgang Hambüchen. «Und wenn er in Berlin nicht turnt, nützt er der Mannschaft doch nichts. Da ist es doch besser, wenn er an diesem Abend die Wünsche seiner Sponsoren befriedigt.»

Das sieht Rapp, der zu Hambüchens ersten Geldgebern gehörte, freilich anders: «Das ist eines der größten Events in Deutschland. Alle Leute, die sich für den Turnsport interessieren, erwarten einfach, dass ein Superstar wir Hambüchen dort präsent ist.» (nbb)
Vize-Weltmeister Philipp Boy: „Bislang bin ich Cottbus treu geblieben“
Vize-Weltmeister, Weltcup-Sieger – und vielleicht am Samstag auch noch deutscher Mannschaftsmeister. Für Philipp Boy läuft es momentan wie am Schnürchen. Vor dem DTL-Finale zwischen dem SC Cottbus und der KTV Straubenhardt stellte sich der 23-Jährige der RUNDSCHAU zum Interview.
25.11.10
LR: Silber im Mehrkampf und Bronze mit der Mannschaft bei der WM Ende September, dazu kürzlich als »Zugabe« in Stuttgart der erste Weltcup-Sieg. Haben Sie die Erfolge der letzten Wochen schon ein bisschen genießen können?

PB: Ich lebe immer noch von der WM-Euphorie. Die letzten Wochen waren sehr, sehr stressig. Es war bisher kaum möglich, die Erfolge sacken zu lassen und zu realisieren. Die Leistungen waren in den vergangenen Jahren bei mir eigentlich auch schon vorhanden, aber dieses Jahr hat endlich alles gepasst. Mir wird erst jetzt allmählich bewusst, was ich dieses Jahr geschafft habe: den sogenannten Durchbruch.

LR: Was sind die Momente, in denen Sie die Erfolge genießen können - allein mit der Medaille in der Hand, bei den zahlreichen Empfängen und Ehrungen oder durch die große mediale Aufmerksamkeit für Sie?

PB: Ich genieße die Erfolge vor allem im engsten Kreis. Es ist ein wahnsinnig schönes Gefühl, mit einem Erfolg nach Hause zu kommen. Dann habe ich mich natürlich sehr gefreut, dass der Fokus nicht mehr allein auf Fabian Hambüchen liegt. Ich hoffe, dass die Medien jetzt wahrnehmen, dass es ein Team gibt mit mehreren guten deutschen Turnern aus Stuttgart, Halle oder eben Cottbus.

LR: Sie galten schon 2008 und 2009 als »Kronprinz« von Fabian Hambüchen, haben aber bei den internationalen Höhepunkten gepatzt. Haben Sie diese Rückschläge rückblickend stärker gemacht?

PB: Klar, am meisten lernt man aus Niederlagen. Ich bin bei den Spielen 2008 in Peking in der Qualifikation vom Reck gefallen, habe da eine mögliche Olympia-Medaille vergeben. Das war einer der bittersten Momente meiner Laufbahn. Für mich war dann irgendwann klar: Viel schlimmer kann es nicht mehr kommen. Seitdem versuche ich, mir nicht mehr so viele Gedanken zu machen. Ich versuche, die Wettkämpfe mehr zu genießen, will Spaß in der Halle haben - und überlege nicht ständig schon vorher: Was passiert, wenn...? Dadurch kann ich im Wettkampf viel freier agieren. Ich denke, das war dieses Jahr mein Erfolgsrezept.

LR: Was lernt man aus den Erfolgen?

PB: Dass Erfolg sehr, sehr schön ist. Und ich habe gelernt, ich kann es schaffen. Erfolg verpflichtet aber auch. Überall werde ich jetzt als der Vize-Weltmeister angekündigt. Dieser Rolle möchte ich gerecht werden. Deshalb sind die Medaillen auch Ansporn.

LR: SC Cottbus, Olympiastützpunkt, Bundeswehr - welche Rolle haben die Rahmenbedingungen bei den Erfolgen gespielt?

PB: Ich denke, ich habe in Cottbus das optimale Umfeld gefunden. Freundin, Familie, Sponsor, OSP, Verein - das passt.

LR: Am Samstag steigt das DTL-Finale. Sie werden seit Jahren mit anderen Bundesligisten in Verbindung gebracht. Ist der Wettkampf in Berlin möglicherweise der letzte für den SC Cottbus?

PB: Es stimmt, ich bekomme seit Jahren Angebote von anderen Vereinen. Ich will auch nicht weg, aber es ist nunmal Profi-Sport. Der SCC hat sich in den letzten Jahren um meine Person sehr bemüht und vieles auf die Beine gestellt. Bislang bin ich Cottbus immer treu geblieben. Und das habe ich auch weiterhin vor.

LR: Ohne Philipp Boy gab es in der Bundesliga für den SCC am vergangenen Samstag eine 21:41-Niederlage gegen Finalgegner KTV Straubenhardt. Wie läuft es mit Philipp Boy?

PB: Ich bin ganz klar auf Sieg ausgerichtet und will mit dem SC Cottbus deutscher Mannschaftsmeister werden. Ich werde definitiv einen Sechskampf turnen. Natürlich habe ich nicht mehr die Form von der WM, aber ich fühle mich gut und bin fit.

LR: Würde ein Sieg gegen die KTV ohne Fabian Hambüchen genauso viel Spaß machen wie anno 2008 der Finalsieg gegen Straubenhardt mit Hambüchen?

PB: Sieg ist Sieg. Was zählt ist der Meistertitel. Um die Aufstellung des Gegners mache ich mir keine Gedanken.

LR: Nach dem DTL-Finale ist erstmal ein kurzer Urlaub angesagt, dann beginnt für Sie bereits die Vorbereitung auf die EM in Berlin vom 4. bis 10. April. Ist auch ein Abstecher zum Turnier der Meister in Cottbus vom 11. bis 13. März geplant?

PB: Ab 10. Dezember heißt es für mich wieder rackern, rackern und noch mal rackern. Ich habe mir in diesem Jahr die Tür aufgestoßen und will richtig durchziehen bis zu den Olympischen Spielen 2012 in London. 2011 kommt die EM in Berlin, da möchte ich genauso fit antreten wie bei der WM. Auch bei der neuen Mehrkampf-Serie möchte ich eine gute Rolle spielen. Die startet eine Woche vor dem Weltcup in Cottbus. Ich denke aber, dass ich beim Turnier der Meister zumindest an einem Gerät dabei sein werde.



Zum Thema:

Der SC Cottbus kann am Samstag gegen die KTV Straubenhardt (Max-Schmeling-Halle Berlin, Beginn 17.30 Uhr) zum neunten Mal nach 1991, 1992, 1999, 2000, 2003, 2006, 2007 und 2008 deutscher Mannschaftsmeister werden. Im Vorjahr unterlag die Mannschaft von Trainer Karsten Oelsch gegen die KTV. Wahrscheinlich nicht im Finale dabei ist Robert Juckel. Der Olympia-Teilnehmer von 2004 und 2008 konzentriert sich auf den Abschluss seiner Berufsausbildung.
Von Thomas Juschus (lr-online.de)
Kampfansage für das Finale in Berlin
Die Generalprobe hat die KTV Straubenhardt klar für sich entschieden, doch der SC Cottbus, der ohne Philipp Boy antrat, will im Finale von Berlin kämpfen.
22.11.10
41:21 stand es am Samstag nach dem letzten Wettkampf der regulären Liga-Saison zwischen den beiden großen Rivalen. Doch die Aussagekraft dieses Ergebnisses ist begrenzt. Am kommenden Samstag, wenn sich Straubenhardt und Cottbus im Finale in Berlin bereits wiedersehen, wird es mit Sicherheit einen ganz anderen Wettkampf geben. Denn mit dem frischgebackenen Sechskampf-Vizeweltmeister Boy, der am Wochenende geschont wurde, sind die Cottbuser deutlich stärker einzuschätzen.

Beim Finale in Berlin werden den Straubenhardtern weiterhin Marcel Nguyen und Fabian Hambüchen fehlen. Nguyen erholt sich von einem Wadenbeinbruch, Hambüchen hat seine Saison wegen einer Verletzung an der Achillessehne vorzeitig beendet, nimmt aber am kommenden Wochenende am Turmspringen von Showmaster Stefan Raab in München teil. Und davon ist man in der Schwarzwaldgemeinde nicht gerade begeistert.

Die Favoritenrolle im Finale nehmen die Cottbuser jedoch nicht an, man habe gesehen, dass man sich auf sich selbst und die Minimierung der Fehlerquote zu konzentrieren habe. Straubenhardt ist bärenstark und hat mit Maxim Dewiatkowsiki und Thomas Taranu hochkarätige Sechskämpfer zu bieten dahinter wird die Auswahl mit Gerätspezialisten wie Vladimir Klimenko, Sergej Charkow und Dimitri Walter qualitativ auch auch nicht flacher.

„Im Finale werden die Kartren neu gemischt, das ist ein ganz spezieller Wettkampf" so Karsten Oelsch, der sich vor allem um die ersten 3 Geräte sorgt. "Da muss nun ganz schnell wieder Stabilität rein, auch fehlt uns in Berlin unser Routinier Robert Juckel. Wir wollen hoch motiviert ins Finale in der Max Schmeling Halle und dort unser Ding machen. Was dann rauskommt werden wir sehen".

Freuen würde er sich auf einige Unterstützung aus der Lausitz: "das würde unsere Jungs zusätzlich motivieren, dafür hat der SCC 2 Reisebusse gechartert".
Spannung pur am letzten Wettkampftag in der Männerbundesliga
SCC im Testlauf für das DTL-Finale
18.11.10
Der letzten Wettkampftag der Männerbundesliga sorgt noch mal für Hochspannung, denn die Entscheidungen um die Teilnahme am Finale um die Bronzemedaille beim DTL-Finale als auch wer muss aus der Bundesliga absteigen stehen noch aus. Für insgesamt fünf der acht Mannschaften in der 1. Bundesliga Männer geht es am letzten Wettkampftag noch mal um alles.

In der Hannover-Hemmingen kommt es zwischen dem Niedersächsischen TurnTeam Hannover und dem TV Wetzgau zum Duell mit besonderer Brisanz. Die Niedersachsen benötigen unbedingt zwei Pluspunkte zum sicheren Einzug in das DTL-Finale um die Bronzemedaille und die Wetzgauer den Sieg um aus eigener Kraft den Klassenerhalt zu sichern. Die Favoritenrolle liegt nicht nur durch den Heimvorteil auf Seiten des NTT, sondern vor allem weil sie auf den kompletten Kader zurückgreifen können. Die Schützlinge von Trainer Paul Schneider haben in den letzten Jahren des öfteren bewiesen das sie sich in der Außenseiterrolle wohl fühlen und durchaus in der Lage sind, über ihre mannschaftliche Geschlossenheit die nötigen Punkte einzufahren.

Zu einem alten Klassiker mit klaren Vorzeichen kommt es in der Hegelhalle von Stuttgart-Vaihingen zwischen dem TurnTeam Stuttgart und der TG Saar. Insgesamt neun deutsche Mannschaftsmeistertitel stehen sich in diesem Wettkampf gegenüber. Für die Stuttgarter lautet die Parole ganz klar es muss ein Heimsieg her, den Saarländern reicht ein unentschieden um die Fahrkarte zum DTL-Finale zu lösen. Gespannt sein darf man auf das Duell von Sebastian Krimmer (Stuttgart) und Eugen Spiridonov (Saar), die beide in der Bronzemannschaft von Rotterdam standen.

In der Chemnitzer Richard-Hartmann-Halle kämpft das Mitteldeutsche TurnTeam Chemnitz/Halle gegen den FC Bayern München um den Klassenerhalt. Im Fernduell mit dem TV Wetzgau um den Klassenerhalt benötigen die Mitteldeutschen unbedingt den Heimerfolg um die Chance auf den Klassenerhalt zu wahren, denn das Gerätverhältnis spricht eindeutig für die Wetzgauer. Garant für diesen Erfolg soll vor allem Europameister Matthias Fahrig sein, der nach seiner Aduktorenverletzung wieder zum Einsatz kommen soll. Der Gast aus Bayern kann ohne Druck an die Geräte gehen, denn der Aufsteiger sicherte sich durch teilweise überraschende Erfolge in der Saison frühzeitig den Klassenerhalt.

In der Straubenhardt-Halle kommt es zum Testlauf für das DTL-Finale zwischen der KTV Straubenhardt und dem SC Cottbus. Beide Clubs sind bereits für den Kampf um die Goldmedaille in der Berliner Max-Schmeling-Halle qualifiziert. Obwohl beide Trainer sicherlich in diesem Wettkampf noch mal einige Varianten ausprobieren werden, wird der Wettkampf sicherlich nicht auf die leichte Schulter genommen, denn ein Erfolg könnte auch ein psychologischer Vorteil im Hinblick auf das Finale darstellen.
(dtl)
Boy ist Sportler des Monats Oktober
Vize-Weltmeister im Mehrkampf vor Reiter Michael Jung und Motorrad-Pilot Stefan Bradl
15.11.10
Für eine herausragende Turnsaison hat Philipp Boy den verdienten Lohn erhalten: Die geförderten Athleten der Deutschen Sporthilfe wählten ihn zum Sportler des Monats.. Am Ende fiel Philipp Boy Chefcoach Andreas Hirsch überglücklich in die Arme, als 90,048 Punkte auf der Anzeigetafel erschienen: bei der Turn-WM in Rotterdam brachte dies dem Cottbusser die Silbermedaille im Mehrkampf ein. Zuvor hatte Boy, der am Wochenende in Stuttgart auch seinen ersten Weltcup-Sieg feiern konnte, das deutsche Team zur Bronzemedaille im Mehrkampf geführt. Vier Fünftel der rund 3.800 geförderten Athleten belohnten dies mit der Wahl zum „Sportler des Monats“ Oktober, vor Vielseitigkeits-Weltmeister Michael Jung und Motorrad-Pilot Stefan Bradl.

„Auch dank der langen Unterstützung der Sporthilfe habe ich es nun geschafft, in den Kreis der erfolgreichen Athleten aufgenommen zu werden. Ich freue mich sehr über die Wahl und nehme dies als Ansporn, um weitere sportliche Erfolge zu erreichen“, freute sich Boy, als er die Nachricht erfuhr.

Bei der Siegerehrung der WM hatte Philipp Boy noch ungläubig den Kopf geschüttelt. "Wahnsinn, Wahnsinn, Wahnsinn", entfuhr es dem neuen Vizeweltmeister bei den Titelkämpfen in Rotterdam immer wieder. In den zum Bersten gefüllten Katakomben des Ahoy-Sportpalastes prophezeite Verbandspräsident Rainer Brechtken den Beginn einer neuen Ära. „Dieser Wettkampf war unglaublich, das ist Philipps Durchbruch.“ Zuvor hatte der Vorzeigeturner seine „Boy-Group“ zur Bronzemedaille im Mehrkampf geführt – als Einziger hatte er alle sechs Übungen absolviert.

Seit 2003 führt die Deutsche Sporthilfe gemeinsam mit dem Sportmagazin „kicker“ und dem Beirat der Aktiven im DOSB die Online-Wahl zum „Sportler des Monats“ durch.
Boy sichert sich seinen ersten Weltcup-Sieg
Erfolgsstory geht weiter
14.11.10
Bei den Finals des EnBW-Weltcups in der Stuttgarter Porsche-Arena hat Philipp Boy am Samstag (13.11.2010) seinen ersten Weltcup-Sieg errungen, nachdem er bereits bei der Qualifikation am Freitag als erster des Klassements geführt wurde.

Tosender Beifall bei den Auftritten von Philipp Boy (SC Cottbus). Auch nach den überaus erfolgreichen WM-Wettkampftagen in Rotterdam reist die Erfolgsserie für Boy nicht ab. Mit einer hochkarätigen Übung (Ausgangswert 7,0) fuhr er mit einem deutlichen Abstand von 0,725 Punkten zum Zweitplatzierten seinen ersten Weltcup-Sieg nach Hause.

In der Holmengasse, am Barren behauptete er sich ebenso souverän und gewann die Bronzemedaille – ganz knapp vor Mannschaftskollegen Sebastian Krimmer (TSG Backnang).
Weltklasse begeistert Zuschauer
Der Wettkampf der 1. Bundesliga, welchen der SC Cottbus gegen das Mitteldeutsche souverän mit 76:8 Punkten gewann, Turn-Team begeisterte nicht nur eingefleischte Turnfans.
08.11.10
Es war ein echtes Turn-Event, welches den rund 450 Zuschauern im Sportkomplex Westend am Sonnabend geboten wurde. Der Wettkampf der 1. Bundesliga, welchen der SC Cottbus gegen das Mitteldeutsche souverän mit 76:8 Punkten gewann, Turn-Team begeisterte nicht nur eingefleischte Turnfans.
(Foto © MOZ/Thomas Burckhardt).
Wenn es auch nur noch um die berühmte Ananas ging, Cottbus steht bereits im Finale um die Deutsche Meisterschaft, wurde von den Turnern beider Mannschaften echter Spitzensport geboten. Für die Gäste ging es um Pluspunkte im Kampf um den Klassenerhalt.
Eröffnet hatte die Turngala Eberswaldes Bürgermeister Friedhelm Boginski, der natürlich erfreut war, so einen Kampf präsentieren zu dürfen.
Ein ganz besonderes Kompliment gebührt der Abteilung Turnen des SV Motor Eberwalde, die mit Abteilungsleiter Henri Durke und Turnurgestein Rudi Trautmann an der Spitze für ideale Wettkampfbedingungen gesorgt hatte.
Und natürlich lebte der Wettkampf noch vom Flair der Weltmeisterschaften von Rotterdam. Denn mit Philip Boy war der aktuelle Mehrkampf-Vizeweltmeister im Team des SC Cottbus dabei. Der Schwedter hatte beinahe ein Heimspiel , denn Eltern, Freunde und Bekannte aus der Oderstadt waren vor Ort.
An den sechs Geräten turnten jeweils zwei Aktive aus den Mannschaften. Und was dann am Boden, Pauschen-Seitpferd, Ringen, Sprung, Barren und Reck geboten wurde, verzückte das begeisterte Publikum immer wieder zu Lobesrufen und stürmischen Beifall. Und die Anerkennung galt beiden Mannschaften, denn die sportliche Leistung auf beiden Seiten kam an. Unvorstellbar, wie hart trainiert werden muss, um solche Spitzenleistungen zu beherrschen. Auch den eingefleischten Turnfans stand die Freude direkt ins Gesicht geschrieben.
Wenn am Ende auch der SC Cottbus mit 76:8 haushoch gewann, der Begeisterung tat dies keinen Abbruch. Nach gut 150 Minuten Turnkost auf höchster Ebene dankten die Zuschauer beiden Mannschaften mit viel Applaus, was ein deutlicher Fingerzeig nach mehr solcher Veranstaltungen in Eberswalde war. „Wir sind vollauf zufrieden. Die Begeisterung hier in der Halle ist für unsere Abteilung der schönste Lohn. Dank gilt an dieser Stelle der Firma mptec, allen anderen Sponsoren und natürlich den zahlreichen Helfern bei der Vorbereitung und Durchführung dieser Veranstaltung“, so ein zufriedener Henri Durke, Abteilungsleiter Turnen beim SV Motor Eberswalde.
Mehrkampfvizeweltmeister Philipp Boy musste sich in der Wertung der Scorerpunkte mit 18 Punkten zufrieden geben. Top- Scorer wurde sein Teamgefährte und ukrainische Nationalturner Roman Zozulja mit 21 Punkten. Aber das war am Ende zweitrangig, denn alle Aktiven waren an diesem Abend die Gewinner. Das Finale findet am 27. November in der Berliner Max-Schmeling-Halle statt. Dann kommt es zum Duell zwischen Titelverteidiger KTV Straubenhardt und dem Deutschen Rekordmeister SC Cottbus. Vielleicht sind dann auch Eberswalder Fans dabei.
Die KTV Straubenhardt sicherte sich die Finalteilnahme durch einen ungefährdeten 40:25-Auswärtserfolg bei der TG Saar.

Philipp Boy, Mehrkampf-Vizemeltmeister: „Es ist hier eine tolle Stimmung unter den Zuschauern. Da turnt man natürlich immer besonders gern. Kompliment an die Organisatoren von SV Motor Eberswalde.“
Ron Jordan, KSB-Geschäftsführer: „Eine wirklich gelungene Veranstaltung mit tollen Leistugen der Turnteams an allen Geräten.“ Heiko Kallies, Trainer der Handballer vom 1. SVE: „Man ist schon immer bei Fernsehübertragungen begeistert. Aber einen Wettkampf direkt zu verfolgen, ist schon echter Wahnsinn. Dagmar Rühl, Turnerin SV Motor: „Ich bin total begeistert von den Aktiven und den zahlreichen Zuschauern. Es ist eine Werbung für den Turnsport.“ Gabriele Boy, Mutter von Phillip Boy: „Für unsere Familie eine willkommene Gelegenheit unseren Sohn zu treffen. Wir sehen ihn höchstens zweimal im Jahr bei uns in Schwedt. Nach seinen Verletzungen hat er sich den Vize-Weltmeister verdient. Wir sind natürlich auch stolz. Kompliment an das tolle Publikum.“
Olaf Reikat, Hauptkampfrichter aus Schleswig-Holstein: „Im Namen meiner Kollegen kann ich nur ein dickes Lob aussprechen. Organisation und Ablauf haben bestens geklappt. Das Publikum war toll und sehr fair für beide Seiten. Ich kannte Eberswalde sonst nur vom Namen und der Landkarte. Man sollte ruhig einmal auf Besuch kommen.“
Im Finale am 27. November in Berlin ist Straubenhardt der Kontrahent.

MOZ (Eberswalde)
SCC gastiert in Eberswalde
Gegner ist das Mitteldeutsche TurnTeam Chemnitz/Halle
05.11.10
Mit dezimiertem Aufgebot geht die Riege des SCC in den vorletzen Bundesligakampf der Hauprunde am morgigen Samstag (15 Uhr). Verzichten müssen die Cottbuser hierbei auf die Junioren Christopher Jursch und Alexander Grötsch, welche seitens des Bundestrainers Nachwuchs eine Nominierung zum gleichzeitig stattfindenden Länderkampf gegen Italien in Halle erhielten.

Auch die Einsatze von Philipp Boy sind noch offen, wir werden kurzfristig entscheiden, was in Richtung Weltcup, der am kommenden Wochenende stattfindet Sinn macht, so Trainer Oelsch. Zurückgreigen kann er jedoch auf Roman Zozulya, dessen Form in Eberswalde getestet werden soll, auch Steve Woitalla und Philip Sorrer sollen einige Einsatzchancen bekommen. "Auf jeden Fall wollen wir eine ordentliche Vorstellung in Eberswalde abgeben und diesen Zweikampf mit dem MTT nutzen um uns in Finalform zu turnen" so Oelsch.
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