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Die Boygroup, die besser springen als singen kann
EM in Birmingham: Erster Mannschaftstitel für die deutschen Turner seit 1936 - Hambüchen lobt den Teamgeist -
26.04.10
Nur das mit der Boygroup haben sie ein für allemal widerlegt. Als Fabian Hambüchen mit seinen vier Kollegen auf dem Siegertreppchen in Birmingham die deutsche Nationalhymne anstimmte, erlebte das englische Publikum binnen kurzer Zeit den zweiten Leistungsnachweis der deutschen Mannschaft: Turnen kann sie 1a, singen nicht.

Doch Bundestrainer Andreas Hirsch sah über die schrägen Töne seiner Schützlinge wohlwollend hinweg: Ihm war es als erstem Coach seit 74 Jahren gelungen, eine Riege deutscher Kunstturner zu einer Goldmedaille bei einem internationalen Championat zu führen. "Die Jungs haben hart trainiert, die Jungs haben sich angestrengt, die Jungs haben es sich verdient", lobte der Trainer aus Berlin.

Fabian Hambüchen, Philipp Boy, Matthias Fahrig, Marcel Nguyen und Eugen Spiridonov tollten da längst wie kleine Kinder durch die National Indoor Arena von Birmingham und nahmen mit ihren schwieligen Fingern die Medaillen geradezu zärtlich in die Hände - immer und immer wieder.

18 Übungen und nicht ein einziger Sturz, Vorturner Hambüchen mochte es kaum glauben. "Das war absolute Weltklasse, das gab es bei uns noch nie. Ich weiß ja, wie es sich oben auf dem Podest anfühlt, aber als ich da zusammen mit der ganzen Truppe stand, wurde mir richtig warm ums Herz", bekannte der 22-Jährige. Die Männer der einstigen Turngroßmacht Russland konnten wegen Anreiseproblemen nicht an der EM teilnehmen und damit ihren Titel nicht verteidigen.

Der erste deutsche Mannschaftstriumph seit den Olympischen Spielen 1936 in Berlin dokumentierte auch, dass der ehemalige Reckweltmeister nicht mehr die alleinige Verantwortung für den sportlichen Erfolg des Teams hat. Hambüchen ist nicht mehr der Alleinunterhalter des Deutschen Turner-Bundes (DTB). "Dieses Team passt einfach", sagte Fahrig, "wir sind nicht einfach zusammengewürfelt und haben deshalb den perfekten Zusammenhalt."

Schon nach dem zweiten von sechs Geräten hatten sich der extrovertierte Hambüchen, der schweigsame Spiridonov, der phlegmatische Nguyen, der exzentrische Fahrig, der gestern noch Hambüchen entthront und sich erstmals auch den Europameistertitel am Boden gesichert hat, und der feinfühlige Boy an die Spitze gesetzt. Als auch am ungeliebten Pauschenpferd kein deutscher Athlet patzte, war der Sieg mit 266,250 Punkten vor EM-Gastgeber Großbritannien (263,025) und Frankreich (260,100) perfekt. "Dass ich das noch erleben darf. Das ist unfassbar, das war einfach eine großartige Leistung", sagte Sportdirektor Wolfgang Willam, seit mehr als einem Vierteljahrhundert in Diensten des deutschen Verbandes. Zum Abschluss der europäischen Titelkämpfe durfte sich Hambüchen zumindest über eine Bronzemedaille am Reck freuen, gemeinsam mit Boy, der auf die gleiche Punktzahl kam. Hambüchen fehlte in der Schwierigkeit das entscheidende Zehntel, um Titelverteidiger Vlasios Maras aus Griechenland hinter sich zu lassen.
(welt)
Nach EM-Gold holt sich Boy noch Bronze
26.04.10
Der Knoten ist geplatzt: Nach mehreren vergeblichen Anläufen hat Philipp Boy bei den Turn-Europameisterschaften im britischen Birmingham seine erste internationale Einzel-Medaille gewonnen. Der Cottbuser erkämpfte sich am Sonntag mit einer hochklassigen Reck-Übung den Bronze-Rang. Bereits am Samstag hatte der 22-Jährige zusammen mit der Riege des Deutschen Turner-Bundes (DTB) die Goldmedaille im Mannschaftswettbewerb geholt.

Erstmals in der 55-jährigen Geschichte von Europameisterschaften gewann die von Fabian Hambüchen geführte „Boy“-Group die Team-Entscheidung und sorgte für den ersten Mannschafts-Erfolg seit dem Olympiasieg der deutschen Riege 1936 in Berlin. Nach einer tollen Energie-Leistung mit 18 Übungen ohne Absteiger brillierten die „fantastischen Fünf“ mit hohen Schwierigkeiten und großer Sicherheit, so dass sich der Erfolg mit 266,150 Punkten vor Großbritannien (263,025) und Frankreich (260,100) früh abzeichnete.

„Ich habe meine Kumpels gebeten, doch so zu turnen, dass wir auch gewinnen, wenn ich vom Pferd falle“, meinte Boy mit einem Grinsen, der im Mannschaftsfinale als Letzter an das „Zittergerät“ Seitpferd ging, sich aber nervenstark zeigte und die Goldmedaille für die deutsche Riege endgültig absicherte. „Einen Wettkampf ohne einen Fehler habe ich noch nie erlebt. Sensationell“, plauderte der Cottbuser gelöst und bekam wenig später sein erstes EM-Gold um den Hals gehängt: „Das fühlt sich einfach wahnsinnig schön an. Ein wunderbares Gefühl, mit Gold nach Hause zu kommen.“

Auch am Königsgerät Reck konnte der Schützling von Trainer Karsten Oelsch diesmal die in ihn gesteckten Erwartungen erfüllen. Nachdem Boy bei den Olympischen Spielen 2008 in Peking, der EM vor einem Jahr in Mailand und bei der WM 2009 im September in London jeweils das Reck-Finale verpasst hatte, konnte er in England sogar bei seinem ersten Endkampf-Einzug gleich eine Einzel-Medaille gewinnen. Seit dem Turnier der Meister im März turnte der Sportsoldat auf hohem Niveau, konnte diese Leistung auch in Birmingham abrufen und erhielt für seine Übung mit Höchstschwierigkeiten wie „Kolman“ und „Markelov“ 15,350 Punkte. Der Sieg ging an den Griechen Vlasios Maras, der sich mit 15,400 Punkten das fünfte EM-Gold am „Königsgerät“ sicherte, vor dem Niederländer Epke Zonderland (15,375). Punktgleich mit Boy auf Platz drei landete Fabian Hambüchen (Wetzlar).

„Ich bin natürlich riesig erleichtert, dass es diesmal geklappt hat“, sagte Boy. „Die Leistung war schon immer da, diesmal bin ich auch mit einer Medaille belohnt worden. Ich war sehr gut vorbereitet und habe es diesmal verdient.“ Bei etwas mehr Wohlwollen der Kampfrichter wäre sogar mehr als Bronze für den Cottbuser möglich gewesen. „Aber ich muss mir erst einen Namen international machen“, räumte Boy ein, der am Montag zunächst zur Bundeswehr nach Stuttgart reist, ehe er Dienstag nach Cottbus zurückkehrt.

Bei den Junioren belegte Christopher Jursch vom SC Cottbus im Finale am Pauschenpferd Platz acht. Im Mehrkampf-Finale erreichte der 17-Jährige mit 80,400 Punkten Platz zwölf. Der Schützling von Trainer Horst Werner zeigte einen guten Wettkampf. Den Sieg holte der Brite Sam Oldham (84,575).
(lr-online.de)
Erstes Team-Gold für Deutschland
Zum ersten Mal in der Geschichte der Turn-EM hat Deutschland Mannschafts-Gold gewonnen. In Birmingham ließ das deutsche Quintett Großbritannien und Frankreich hinter sich.
24.04.10
Philipp Boy ballte beide Fäuste, Matthias Fahrig verneigte sich vor dem Publikum, Fabian Hambüchen bildete mit der deutschen Boy-Group ein Jubel-Knäuel: Erstmals in der 55-jährigen Geschichte von Europameisterschaften haben die deutschen Turner die Team-Entscheidung gewonnen. Das Quintett brillierte am Samstag im Mannschafts-Finale von Birmingham mit beeindruckender Sicherheit, höchsten Schwierigkeiten und gewann mit 266,150 Punkten souverän vor Gastgeber Großbritannien (263,025) und Frankreich (260,100).

Es war überhaupt erst der zweite Mannschaftserfolg deutscher Turner: Den bislang einzigen Triumph hatten die Deutschen bei den Olympischen Spielen 1936 in Berlin gefeiert. „Supergeil. Was morgen passiert, ist jetzt egal. Wichtig ist nur das Heute“, meinte Fabian Hambüchen in einer ersten Reaktion nach seinem insgesamt sechsten Titel begeistert. Am Sonntag hat er noch die Chance, zum vierten Mal EM-Gold am Reck zu holen.

Die Deutschen mussten im Team-Finale vor nur rund 1000 Zuschauern in der National Indoor Arena an den Ringen beginnen, meisterten diese Aufgabe mit Bravour und punkteten wie bei den folgenden Geräten Sprung und Barren sogar noch weit höher als in der Qualifikation am Vortag, als sie hinter Frankreich auf Platz zwei ihre Möglichkeiten bereits angedeutet hatten. Kein Wunder, dass das Team von Cheftrainer Andreas Hirsch bereits nach dem zweiten Gerät die Spitzenposition übernahm.

Mit Glanzleistungen bauten die 22-Jährigen Philipp Boy, Marcel Nguyen und Hambüchen am deutschen Lieblingsgerät Reck den Vorsprung auf die Konkurrenz weiter aus und verteidigten die Top-Position schließlich auch am „Zittergerät“ Pauschenpferd, in das die Mannschaft mit einem beruhigenden Vorsprung von 4,725 Punkten gegangen war.

Als Beispiel für den enormen Teamgeist der immer stärker werdenden Truppe sprach, dass Marcel Nguyen am Barren sogar seinen Tsukahara- Abgang riskierte, um die Mannschaft in eine noch bessere Position zu bringen. Mit der Note 14,975 wurde dieses Risiko voll belohnt. Hingegen scheute Leitwolf Hambüchen angesichts des Team-Vorsprungs das letzte Risiko am Boden und am „Königsgerät“, an dem er tags zuvor noch für den Spitzenwert gesorgt hatte. „Siehst Du, man muss richtig pokern können“, meinte Nguyens Trainer Waleri Belenki nach dem historischen Triumph zu Chefcoach Hirsch, nachdem alle Pläne für die Deutschen aufgegangen waren.

Die brillante deutsche Boy-Group profitierte beim „Lotterie-Modus“ ohne Streichwert auch von Patzern der härtesten Konkurrenten. So musste Pauschenpferd-Spezialist Daniel Keatings ausgerechnet sein Top-Gerät unfreiwillig verlassen, der Franzose Cyrill Tommasone erlebte einen Einbruch am Barren. Titelverteidiger und Mitfavorit Russland hatte wegen des Flugverbots wegen der Vulkanasche sowie Visa-Problemen auf die Teilnahme verzichten müssen.
(focus)
Mehrkampffinale mit DTB-Junioren
Die deutschen Junioren Christopher Jursch und Daniel Weinert haben sich im Mehrkampffinale der Europameisterschaften in Birmingham (GBR) in stabiler Form präsentiert.
24.04.10
Beide Schützlinge von Gunter Schönherr sind nahezu fehlerfrei durch den Wettkampf gezogen. Damit landeten sie auf den Plätzen 12 und 16. Der Cottbuser Jursch erzielte dabei 80,400 Punkte, der aus Kiel stammende Weinert kam auf 78,725 Punkte. Die ersten beiden Plätze gingen an Turner aus dem Gastgeberland, das sich im Junioren und Seniorenbereich sehr stark zeigte.
Deutsches Team um Cottbuser Boy greift nach EM-Gold
Die deutschen Turner greifen am heutigen Samstag erstmals bei Europameisterschaften nach der Goldmedaille in der Team-Konkurrenz. Das Quintett um Fabian Hambüchen und den Cottbuser Philipp Boy zog am Freitag mit 263,300 Punkten als Zweiter des Vorkampfes in das Mannschafts-Finale der Titelkämpfe von Birmingham ein.
24.04.10
Die Bestnote erturnten die Franzosen mit 263,850. Sie behaupteten sich vor den Deutschen und Gastgeber Großbritannien (262,025).

Zudem erkämpften die Deutschen acht Plätze für die Gerätefinals am Sonntag, in denen sie beste Titel- und Medaillenchancen vor allem am Boden, Sprung und Reck haben. Edelmetall ist dabei auch für Philipp Boy möglich. Er verbuchte mit 15,375 Punkten am Reck die zweitbeste Note nach Fabian Hambüchen. Dieser turnte sich mit dem höchsten Ausgangswert (7,0) am Reck mit dem Spitzenresultat von 15,550 Punkten erneut in die Favoritenrolle an diesem Gerät. Seinen EM-Titel am Boden kann Hambüchen dagegen nicht mehr verteidigen und verpasste auch am Barren die Finalchance. In drei Gerätefinals steht „Kronprinz“ Marcel Nguyen: am Barren gemeinsam mit Matthias Fahrig sowie im Sprung und an den Ringen.

Bei den Junioren platzierte sich das deutsche Team mit dem Cottbuser Christopher Jursch auf Rang fünf im Endklassement hinter den Rumänen. Gold ging an die Gastgeber aus Großbritannien, die vor der Schweiz und Frankreich landeten. Jursch, Schützling von Horst Werner, erzielte mit 82,000 Punkten persönliche Bestleistung und geht als Achter der Einzelmehrkampfqualifikation ins Finale. Eher unerwartet erreichte der 17-Jährige auch das Pauschenpferd-Finale.
(lr-online.de)
Nico Gärtner feiert EM-Gold in bulgarischer Nobeldisco
Nach dem Gewinn der Goldmedaille im Teamwettbewerb in der Disziplin Doppel-Mini-Tramp bei den Trampolin-Europameisterschaften haben es Nico Gärtner und seine Teamkollegen ordentlich krachen lassen und den Titel in einer bulgarischen Nobeldisco bis in den Morgengrauen gefeiert. „Das war Pflicht und echt lustig“, so der Cottbuser am Freitag.
23.04.10
Die fröhliche Feier endete allerdings mit einer kleinen Überraschung: Nico Gärtner und Co. landeten danach im falschen Hotel, mussten im nächtlichen Varna per Taxi ihre Herberge suchen.

Zuvor hatte das Team mit Nico Gärtner, Daniel Schmidt (Bramfeld), Laszlo Pobloth (Frankfurt/M.) und Peter Drodzik (Bad Kreuznach) nach einem sehr guten Wettkampf mit 109,4 Punkten vor Russland (108,9) und Großbritannien (101,0) Gold im Teamwettbewerb gewonnen (die RUNDSCHAU berichtete). Im Einzel der Herren konnte sich Daniel Schmidt als Dritter für das Finale am Samstag qualifizieren. Peter Drodzik liegt nach einer für ihn sehr guten Leistung als Neuntplatzierter auf dem Reserveplatz für das Finale. Nico Gärtner verpasste dagegen als Elfter den Endkampf der Top-8. „Ich habe etwas zu hoch gepokert, aber Gold im Team ist mehr als wir erhoffen durften und natürlich eine schöne Entschädigung. Es war ein unbeschreibliches Gefühl, mit der Goldmedaille um den Hals die Hymne zu singen“, erklärte der 28-Jährige, der nach mehreren Silber- und Bronzemedaillen bei World Games, WM und EM erstmals mit einer Goldmedaille im Gepäck nach Cottbus zurückkommen wird.

Fortsetzen will Gärtner auf jeden Fall die Gesprächs-Therapie mit seiner Cottbuser Psychologin. Nach familiären Schicksalsschlägen war der Industriekaufmann im Herbst 2009 in ein mentales Loch gefallen (die RUNDSCHAU berichtete). „Ich denke, der Schritt hat sich absolut gelohnt und ich möchte gern die Zusammenarbeit fortsetzen“, sagte Gärtner. Schließlich warten vom 11. bis 13. November in Metz (Frankreich) die Weltmeisterschaften – und da möchte Nico Gärtner neben der Mannschaft auch im Einzel wieder um eine Medaille turnen.
(lr-online.de)
«Coole Truppe» will Gold
Der «König» unter Volldampf, die «Kronprinzen» in Lauerstellung und das Team mit Goldchance: Mit Zuversicht und besten Aussichten gehen die deutschen Turner um Fabian Hambüchen in die Europameisterschaften von Birmingham.
22.04.10
Wegen der Vulkanasche aus Island stand die Anreise der Teams zwar unter keinem guten Stern, die Deutschen brachten aber auch die fast 19-stündige Bus-Tortur und der geänderte Zeitplan nicht aus dem Konzept.

Nachdem sich Hambüchen vor Jahresfrist in Mailand als erster Deutscher die Mehrkampf-Krone aufsetzen konnte, stehen diesmal die Vorzeichen anders: In Birmingham ist das Team der Star - zumindest aus Sicht von Cheftrainer Andreas Hirsch. Schließlich besteht die große Chance, erstmals in der 55-jährigen EM-Geschichte das Mannschafts-Gold nach Deutschland zu holen. Und in dieser Situation erweist sich Hambüchen in jeder Trainingsminute als echter Teamplayer, kämpft um jeden Zehntelpunkt für die Mannschaftswertung.«Es nimmt total den Druck von mir, dass wir diesmal so brutal viele Finalchancen haben.

So muss ich mir nicht ständig sagen: Oh, jetzt liegt es wieder an Dir...», gibt sich der fünfmalige Europameister entspannt. «Die Stimmung im Team ist fantastisch: Jeder hilft jedem und tritt ihm auch mal in den Hintern, wenn es nicht läuft. Wir sind einfach eine coole Truppe», schilderte der Wetzlarer.Da sowohl Marcel Nguyen und Matthias Fahrig in den vergangenen Monaten gravierende Fortschritte nachwiesen, Philipp Boy am «Königsgerät» sogar dem dreifachen Reck-Champion Hambüchen das Wasser reichen kann, ist die Zuversicht im Team riesig. «Sicher, wir wollen was holen.

Aber wir sprechen lieber über den Weg als über das Ziel», versuchte Andreas Hirsch die Trainings-Euphorie zu bremsen und verweist auf den «Lotterie»-Modus, der keinen Streichwert zulässt und damit jeden Aussetzer gnadenlos bestraft.«Wir können mit der Mannschaft voll punkten», hofft Philipp Boy, der nun vom Reck-Finale träumt.

Bei der Generalprobe in Dessau schaffte der 22-jährige Cottbuser sogar eine höhere Note als Hambüchen. Wenn er sich diesmal nicht wieder selbst zu viel Druck macht, könnte er mit einer Medaille in Birmingham aus dem Schatten seines schier übermächtigen Kollegen heraustreten. «Der Konkurrenzkampf ist für mich zusätzliche Motivation», sagte er.

Hirsch ist natürlich erfreut über die Konkurrenz im eigenen Team nach dem Motto: Reibung bringt Fortschritte. Gleichsam trifft das auf den Boden zu, an dem mit Hambüchen, Nguyen und Fahrig gleich drei Deutsche aussichtsreich im Kampf um Medaillen sind, jedoch maximal zwei das Finale erreichen können. «Da muss ich mich schon ganz schön strecken, um meine beiden Kollegen zu überbieten», meinte Hambüchen - immerhin der Titelverteidiger an diesem Gerät.
(FTD)
Boy - Im Schatten der Hambüchen-Eupohrie
Philipp Boy gilt vielen Experten als zweitbester deutscher Kunstturner. Doch außerhalb der Fachwelt ist der 22-Jährige kaum bekannt. Das öffentliche Interesse fokussiert sich auf Fabian Hambüchen. Nach der EM in Birmingham (21. April - 2. Mai) könnte sich das ändern.
22.04.10
Sein Tag ist voll. Training, Massage, Abendessen. Phillipp Boy hat wenig Zeit für ein Gespräch. Schließlich will er sich nicht mehr ablenken lassen. Die Anreise hatte schon lange genug gedauert. Nach 19 Stunden mit dem Bus kam die deutsche Nationalmannschaft am Montag (19.04.2010) endlich im Hotel in England an. Schuld daran trägt der Vulkanausbruch in Island. Die Europameisterschaften im Kunstturnen in Birmingham sind einer der Saisonhöhepunkte für die deutschen Athleten. Und Philipp Boy hat sich einiges vorgenommen. "Wir können mit der Mannschaft voll punkten", sagt der 22-Jährige. "Ich selber träume vom Reck-Finale. Was ich dann erreichen kann, muss man sehen."

Die Zuversicht ist begründet. Philipp Boy ist seit einigen Jahren einer der besten Turner Deutschlands. Neben einigen anderen Erfolgen wurde er bei den Weltmeisterschaften in Stuttgart Dritter, bei den Olympischen Spielen in Peking Vierter, jeweils mit der Mannschaft. Einige Experten sagen, er ist die Nummer zwei hinter Fabian Hambüchen. Aber eben nur die Nummer zwei. Sein Konkurrent aus Wetzlar überstrahlt alles. Hambüchen steht in Deutschland für diesen Sport wie einst Boris Becker für das deutsche Tennis. Die übrigen Athleten treten kaum einmal aus dem Schatten dieses schier übermächtigen Kollegen heraus.

"Das nervt nicht", sagt Philipp Boy. "Der Fabian hat seine Erfolge, und die sind schon beeindruckend. Der Konkurrenzkampf ist eher zusätzliche Motivation, um diese Ziele auch zu erreichen." Fasst schon ein wenig zu viel Harmonie zwischen zwei Athleten, die sich stets im Hochleistungsbereich messen.

"Natürlich wollen Spitzensportler auch Anerkennung erfahren. Auch deshalb betreiben sie ihren Sport so intensiv. Das ist bei Philipp nicht anders", sagt Karsten Oelsch. "Da ist auch immer eine Spur gesunde Eitelkeit dabei." Oelsch ist Boys Vereinstrainer beim SC Cottbus und arbeitet seit 2007 mit dem hochtalentierten jungen Mann zusammen. Oelsch findet, dass Philipp Boy ein Turner ist, der "keine richtige Schwäche hat. Und seine Stärke ist sicherlich das Reck". Deshalb traut der Trainer seinem Schützling viel zu. "Ziel für ihn ist eine Medaille bei den Olympischen Spielen. Wenn alles optimal läuft bis 2012 in London, kann er das sicherlich schaffen."

Carsten Oelsch weiß um den großen Ehrgeiz und den Eifer seinesTurners, der sich "manchmal vielleicht selbst zu viel Druck macht". Der Grund dafür? Oelsch zögert ein wenig. "Es ist auch nicht ganz so einfach für ihn, dass der Fabian vor ihm steht. Das hindert ihn vielleicht auch manchmal, seine volle Leistungsfähigkeit auszuspielen", sagt Oelsch.

Philipp Boy hat gerade im vergangenen Jahr eine wichtige Entscheidung für sich getroffen. Er hat seine Banklehre abgebrochen, um sich voll auf seinen Sport konzentrieren zu können. "Ich habe gedacht, das geht zusammen: Ausbildung und Hochleistungssport. Aber jeden Tag 15 Stunden hart an beiden Karrieren zu arbeiten, ist nicht möglich", sagt Boy. Er ist nun Mitglied der Sportfördergruppe der Bundeswehr und kann sich voll auf seine Leidenschaft konzentrieren. "Das macht sich in meinen Leistungen bemerkbar", meint Boy. Er will sich später nicht vorwerfen, nicht alles versucht zu haben, um seine optimale Leistungsfähigkeit zu erreichen.

Andreas Hirsch ist derjenige, der die sensible Aufgabe hat, die unterschiedlichen Interessen der deutschen Turner möglichst geschickt zu händeln. Der Bundestrainer sieht vor allem eine große Chance in dem speziellen Innenverhältnis zwischen den Athleten. "Die Jungs kennen sich doch schon so lange. Sie haben sich aneinander gewöhnt", sagt Hirsch. Außerdem würden sie doch täglich hautnah miterleben, dass auch Fabian Hambüchen sich alles jeden Tag im Training hart erarbeiten müsse und sich nicht auf sein Talent verlassen könne.

Es bestehe ein kollegiales Verhältnis unter den Athleten. "Sie haben Fabian doch jeden Tag direkt vor der Nase", sagt Hirsch. "Es gibt die Chance, ihm nachzueifern." Zuletzt in Dessau, beim Länderkampf gegen Polen, wenige Tage vor der EM, hat Philipp Boy einen wichtigen Erfolg für sich verbuchen können. Er verwies Fabian Hambüchen am Reck auf den zweiten Platz. "Konkurrenz belebt das Geschäft", sagt Andreas Hirsch.
(ard/Jörg Strohschein)
Nico Gärtner in der Erfolgsspur
Cottbuser Trampolin-Turner gewinnt EM-Gold
22.04.10
Der Cottbuser Trampolin-Turner Nico Gärtner hat bei der EM in Varna (Bulgarien) die Goldmedaille im Mannschaftswettbewerb gewonnen. Das Team mit Gärtner sowie Daniel Schmidt (Bramfeld), Laszlo Pobloth (Frankfurt) und Peter Drodzik (Bad Kreuznach) setzte sich vor Russland und England durch.
Zuvor hatte Gärtner in seiner Spezialdisziplin Doppel-Minitramp das Finale verpasst. „Ich habe etwas zu hoch gepokert, aber Gold im Team ist mehr als wir erhoffen durften und natürlich eine schöne Entschädigung“, erklärte der 28-Jährige.
Deutschlands Junioren haben sich bei den Europameisterschaften in Birmingham in der Teamwertung den fünften Platz mit 244,350 Zählern erturnt.
Finals für Turn-Junioren in Birmingham
22.04.10
Den Europameistertitel sicherte sich mit großem Vorsprung Gastgeber Großbritannien (254.200 Punkte) vor den überraschend starken Schweizern. Am Donnerstag (22.04.2010), dem ersten Wettkampftag der Titelkämpfe auf der Insel, erreichten die Jungs von Trainer Gunter Schönherr außerdem die Teilnahme an drei Gerätfinals. Christopher Jursch schaffte zudem als Achter mit 82,000 Punkten das Mehrkampffinale. Daniel Weinert, 80,150 Punkte, landete auf Rang 18 und damit ebenfalls im Finale. Beide zogen außerdem auf Platz fünf und Rang sechs in das Pauschenpferdfinale ein. Christian Keil machte am Barren mit 13,825 Zählern auf dem sechsten Rang liegend das Finale klar.

Mit einem guten Start am Barren sorgte die Mannschaft mit Daniel Weinert, Philipp Herder, Ivan Rittschik, Christopher Jursch und Christian Keil sofort für ordentlich Rückenwind für den Wettkampfverlauf. 41,050 Punkte standen zum Auftakt zu Buche, lediglich Titelfavorit Großbritannien konnte hier mehr Zähler verbuchen. Während an Reck und Boden solide Leistungen zu verzeichnen waren, lief es am Pauschenpferd mit 39.500 Punkten und der zweitbesten Wertung bis dahin richtig gut.

Viel Pech hatten die deutschen Youngster dann an den Ringen: Sowohl bei Christian Keil als auch bei Philipp Herder riss jeweils das Riemchen bei ihrer Übung. Während es Herder in den vorgeschriebenen 30 Sekunden mit neuem Material wieder an die Ringe schaffte, lief bei Keil die Karenzzeit ab, ohne, dass er sich bei den Kampfrichtern erneut anmelden konnte. Dank des Wettkampfformates mit zwei Streichwerten pro Gerät bei dieser Jugend-EM, war für die Deutschen jedoch noch nichts verloren.

Am Schlussgerät Sprung verpasste dann Ivan Rittschik den Anlauf völlig, aber die Teamkollegen machten ihre Sache gut und bewahrten die respektable Platzierung Teams.
(dtb)
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