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Titelverteidiger SC Cottbus setzt mit zehn Turnern die Mannschafts-Meisterschaft fort
Ziel bleibt Finale in Karlsruhe
21.10.09
Der deutsche Rekordmeister SC Cottbus bestreitet momentan die letzten Vorbereitungen auf die am kommenden Samstag beginnende 2. Halbserie der Bundesligasaison.

Mit zehn Wettkämpfern wollen die Lausitzer um einen Platz im Ligafinale am 28.November in der Europahalle Karlsruhe kämpfen. Für den Auswärtsvergleich am Samstag bei der KTG Heidelberg geht der SC Cottbus als Tabellenvierter an den Start. Angeführt wird die Tabelle von der KTV Straubenhardt, die noch mit weisser Weste dastehen. Verfolger EnBW TT Stuttgart und die TG Saar weisen wie die Cottbuser jeweils 6:2 Punkte aus.

Die Riege des Titelverteidigers wird diesmal vom 2003er Meistermacher Christian Adolf betreut, der den in Kurzurlaub befindlichen Karsten Oelsch vertritt.

Ob Auswahlturner Philipp Boy im Aufgebot des achtfachen deutschen Mannschaftsmeisters steht, ist noch fraglich. Er hatte sich bei der Weltmeisterschaft in London am Sprunggelenk eine Verletzung zugezogen und deshalb schon seine Nominierung für die Champions Trophy abgesagt.

„Wir prüfen mit den Ärzten, ob Philipp vielleicht an einem der Geräte dennoch eingesetzt werden kann“, so Adolf. Der Bundeswehrsoldat Philipp Boy tritt dann am 1. November seine Grundausbildung an.

Im Cottbuser Aufgebot beim Auswärtskampf gegen den bisher punktlosen Tabellenvorletzten KTG Heidelberg wird auch Roman Zozulya turnen. Der Ukrainer ist schon seit 2001 bei den Cottbusern im Einsatz. Weiterhin wird der SCC mit Robert Juckel und dem nach langer Verletzungspause einsatzfähigen Steve Woitalla an den Start gehen. Weiterhin soll das Team hoffnungsvolle Nachwuchskader integrieren, die neben Philip Sorrer und Victor Weber auch im Aufgebot stehen. (SOS)
Boy fällt verletzt aus
Nach dem deutschen Turn-Star Fabian Hambüchen fällt auch Philipp Boy für die vorletzte Station der Champions Trophy in Hannover aus.
19.10.09
Wie der Deutsche Turner-Bund (DTB) nach der WM mitteilte, erlitt Boy in London eine Verletzung am Sprunggelenk und wird am 25. Oktober durch Helge Liebrich ersetzt. Boy war bei den Weltmeisterschaften am Reck gestartet, hatte das Finale aber verpasst. Der Cottbuser verletzte sich im Training am Boden bei einer Dreifach-Schraube.

Boy war bei den vorangegangenen Weltmeisterschaften mit passablen Aussichten voller Optimismus in die Wettkampfarena gegangen - und am Boden zerstört wieder herausgetreten. Er hatte all sein Können in seine Reckübung gelegt, am Ende reichte die Kraft nicht. Er landete mit dem Gesicht in der Matte, "mir war schwarz vor Augen gewesen", sagte er.

Hambüchen hatte die WM wegen eines Außenbandrisses im Knöchel verpasst. Der Mehrkampf-Europameister führt die Champions Trophy nach seinen Siegen in Frankfurt/Main und Berlin an. Liebrich war bei der WM gar nicht dabei, der Turner aus Süßen nahm aber bei der Champions Trophy vor einem Monat in Berlin teil und belegte dort den sechsten Platz. In der Gesamtwertung liegt Liebrich auf Rang neun.
Boy und Nguyen bei Champions Trophy in Hannover
18.10.09
Nach dem verletzungsbedingten Ausfall von Spitzenreiter Fabian Hambüchen werden bei der dritten Station der Champions Trophy der Turner am 25. Oktober Marcel Nguyen (Unterhaching) und Philipp Boy (Cottbus) für Deutschland an den Start gehen. Dies teilte Cheftrainer Andreas Hirsch am Rande der Weltmeisterschaften in London mit.

Für die vierte und letzte Station der mit 250 000 Euro bestdotierten Wettkampf-Serie der Mehrkämpfer am 15. November in Stuttgart wurden Nguyen und Matthias Fahrig nominiert.

Sportsoldat Philipp Boy(Foto), der in London bei seinem einzigen Auftritt am Reck enttäuschte, absolviert zu dieser Zeit seine Grundausbildung bei der Bundeswehr. Der Hallenser Fahrig, der am Wochenende in den Finals am Boden und Sprung nach den WM-Medaillen greift, nimmt zudem den Platz von Hambüchen beim Swiss-Cup am 1. November ein.


Marcel Nguyen hatte am Donnerstag in der O2-Arena von London einen ordentlichen Mehrkampf absolviert und den 12. Platz belegt. Da er zum Auftakt der Trophy im Rahmen des Deutschen Turnfestes in Frankfurt/Main bereits einen zweiten Platz hinter Sieger Hambüchen belegt hatte, rangiert der 22-Jährige als Vierter der Gesamtwertung mit 7 Punkten noch aussichtsreich und darf auf einen erklecklichen Prämien-Anteil hoffen.

In Führung liegt vor dem Wettkampf in Hannover Hambüchen mit 16 Punkten vor dem russischen Ex-Europameister Maxim Dewjatowski (11), in London WM-Fünfter, und dem Amerikaner Jo Hagerty (USA) (10). Vize-Weltmeister Daniel Keatings (Großbritannien) ist Nguyen mit sechs Zählern als Fünfter noch dicht auf den Fersen.
(dpa)
Wettkampf der Turnverbände Brandenburg-Sachsen-Berlin
Traditioneller Ländervergleich
17.10.09
Zum traditionellen Ländervergleich zur Vorbereitung auf den vom 30.10.-01.11.2009 in Balingen stattfindenden Deutschland-Pokal waren am Sonnabend, dem 17.10.2009 in der neuen Turnhalle des Bundesstützpunktes Gerätturnen im Sportzentrum Cottbus in den verschiedenen Altersklassen 13 Mannschaften am Start.
In der stärksten Altersklasse 9-10 setzten sich die Turner des Sächsischen und Berliner Turnverbandes souverän durch. Die Turner des Märkischen TurnerBundes konnten im Wettkampf ihre verbesserten Trainingsleistungen umsetzen. Bester Turner des MTB in dieser AK war Devin Woitalla auf Platz 4.
Auch die Pflichtübungen der AK 11-12 wurden durch die Turner aus Sachsen und Berlin auf hohem Niveau angeboten. Hier war Enrico Barowski der beste Turner des MTB.
In der AK 13-14 war leider ein Vergleich der Besten nicht möglich, da seitens des STV diese Mannschaft aufgrund von Verletzungen einzelner Turner nicht an den Start gehen konnte.

scc
41. FIG-Weltmeisterschaften in London
13.10.09
Vom 13. bis 18. Oktober werden die 41. F.I.G.- Weltmeisterschaften im Geräturnen in Londons O2-Arena ausgetragen. Zum 32. Mal sind die Frauen dabei um auch Ihrerseits die besten Gerätartisten und Mehrkämpfer zu ermitteln. Die Londoner Weltmeisterschaften gelten als Auftakthöhepunkt der neuen Olympiade, die im Jahr 2012 an gleicher Stelle mit den Olympischen Spiele ihren absoluten Höhepunkt erreichen wird. Es ist dies der globale Auftakt des neuen Olympia- Zyklusses mit der Besonderheit, dass an gleicher Stelle drei Jahre später die Olympischen Spiele stattfinden werden.


Alle weiteren Infos erhalten Sie auf der offiziellen web-site der Turn-Weltmeisterschaften 2009 unter:

WM-London 2009 (externer LINK)
Resultate:
Boy scheitert beim Abgang am Reck
Fahrig und Nguyen im Finale der Turn-WM
13.10.09
Licht und Schatten wechselten sich am ersten Wettkampftag der 41. Turn-Weltmeisterschaften für das Turn-Team Deutschland ab. Positive Ergebnisse erzielten Matthias Fahrig (SV Halle) mit dem Einzug in das Finale am Boden mit 15,525 Punkten Und Sprung 16,012 Punten.

Marcel Nguyen (TSV Unterhaching) qualifizierte sich trotz eines sehr durchwachsenen Mehrkampf mit 84,900 Punkten als neunzehnter für das Mehrkampffinale am Donnerstag.

Auch der 19jährige Sebastian Krimmer (TSG Backnang) zeigte eine solide Vorstellung bei seinem WM-Debüt und rechtfertigte mit 14,125 Punkten am Pauschenpferd und 14,600 Punkten am Barren seine Nominierung.

Der Cottbuser Philipp Boy war bei seinem einzigen WM-Einsatz am Reck auf einem guten Weg sich in sein ersten Einzelfinale bei einem großen Championat zu turnen. Groß war entsprechend die Enttäuschung bei Philipp Boy, der sich durchaus Hoffnungen auf das Finale am Reck gemacht hatte und den lädierten Hambüchen dort vertreten wollte. Nach einer soliden Übung kam der 22-Jährige beim Abgang zu Fall, für ihn war diese WM damit schon nach einer einzigen Kür beendet. "Ich hätte einfach lockerer rangehen müssen. Am Ende war ich völlig k.o., ich weiß nicht warum", rätselte der deutsche Boden-Meister.

Auch Thomas Taranu (KTV Straubenhardt) wurde an den Ringen der Tsukahara-Abgang zum Verhängnis. Mit 13,900 Punkten blieb Taranu damit ebenfalls in der Qualifikation hängen.
(dtl)
«Sportler können damit umgehen»
Interview mit Wolfgang Willam
13.10.09
Aus dem Schatten ins Rampenlicht: Nach dem Ausfall von Fabian Hambüchen müssen die anderen deutschen Turner die Kastanien aus dem Feuer holen. Die Erwartungen sind extrem geschrumpft, wie Sportdirektor Wolfgang Willam im Interview mit News.de betont.

Der Sportdirektor des Deutschen Turnerbundes Wolfgang Willam.

Wie hat die Mannschaft die Hiobsbotschaft von Hambüchens Verletzung verdaut?

Willam: Ganz gut. Ich glaube, dass die Medien das überschätzen. Sportler können mit Verletzungen umgehen und aufgrund des Modus, da es eine Einzel-Weltmeisterschaft ist, muss sich ohnehin jeder für sich durchkämpfen.

Haben Sie Reaktionen von Hambüchens Kollegen mitbekommen?

Willam: Ja. Wie gesagt, sie waren keineswegs geschockt. Sie hatten teils selbst schon schwere Verletzungen. Fabian Hambüchen wird jetzt sehr gut betreut. Er fühlt sich gut aufgehoben. Natürlich ist es schade, dass er zuschauen muss. Er war wirklich sehr gut in Form.

Die Medien konzentrieren sich stark auf die Person Hambüchen. Sehen Sie, dass das Interesse an der WM gesunken ist?

Willam: ARD und ZDF bleiben auf jeden Fall bei ihrer geplanten Berichterstattung. Was die Zeitungen angeht, muss man abwarten. Den einmaligen Ausfall von Fabian Hambüchen wird man verkraften. Natürlich aber ist er das Aushängeschild des deutschen Turnens und soll das auch bleiben.

Hambüchen hätte alle Aufmerksamkeit auf sich gelenkt und so vielleicht auch dem einen oder anderen Kollegen etwas Druck genommen. Ist sein Ausfall für die anderen Turner eine Bürde, oder können sie dadurch aus seinem Schatten treten?

Willam: Ich sehe es als Chance. Die Jungen können sich jetzt beweisen. Matthias Fahrig beispielsweise hat bei der EM schon gute Leistungen gezeigt, zwei Medaillen gewonnen. Marcel Nguyen turnte am ersten Tag sehr gut. Philipp Boy gehört, wenn er seine schwierige Übung fehlerlos turnt, in den Kreis der besten Acht.

Welche sportlichen Ziele setzt sich der Deutscher Turnerbund ohne Hambüchen bei der WM?

Willam: Wir wollen in das eine oder andere Finale. Eine Medaille wäre allerdings eine riesige Überraschung.

Von news.de-Redakteur Michael Heinrich
Die Stunde der kleinen Prinzen
Nach Hambüchens Absage rücken die Turner Fahrig, Boy und Nguyen bei den Weltmeisterschaften unverhofft ins Rampenlicht
13.10.09
Anfangs, berichtete Mama Beate, herrschten große Zweifel, ob ihr Sohn Fabian "das psychisch durchstehen werde". Der Reck-Weltmeister als Zuschauer auf der Tribüne, während unten seine Teamkollegen ihre Tsukaharas und Kolman-Salti für die Plätze in den Gerätefinals am Wochenende fabrizieren. Doch dann gab sich Fabian Hambüchen (22) einen Ruck, fläzte sich mit seinem bandagierten Fuß auf einen Plastiksitz und beklatschte die Darbietungen seiner Kollegen. "Nicht dabei zu sein, schmerzt, aber ich blicke nach vorn, freue mich mit den Jungs", sagte er.

Als verschworene Gemeinschaft wollte sich das Team von Bundestrainer Andreas Hirsch geben, und das Verhältnis der kleinen Prinzen untereinander wurde gleich auf eine harte Belastungsprobe gestellt. Nach dem unfreiwilligen Abgang des verletzten Hambüchen rückt die Boygroup des Turnens ohne ihren Vorzeigemann ins Rampenlicht. Und als ob es die Bandmitglieder geahnt hätten, waren sie vor den Weltmeisterschaften in London alle noch einmal kurz beim Friseur. "Die Stimmung in der Mannschaft war noch nie so gut", berichtete Philipp Boy bereits vergangene Woche im Trainingslager in Kienbaum. "Wir sind alle etwa ein Alter und haben den gleichen Humor."

Hambüchens Aus sei "bedauerlich, ich hatte so gehofft, dass er turnen kann", sagt Boy (22). Für ihn ist der Bänderriss des Kollegen aber lediglich eine "normale Folge" der Risikosportart Turnen. "Wir anderen hatten schon weit schwerere Verletzungen, und das ist in der Öffentlichkeit kaum wahrgenommen worden." Selbst Boys letzte Malaise schaffte es zu kaum mehr als einer Randnotiz, obwohl er einer der wenigen Sportler war, die an der Schweinegrippe erkrankt waren. Boy plagten so heftige Schmerzen, "dass ich dachte, ich sterbe. Ich bin dankbar, dass ich überhaupt dabei bin", sagt der Cottbuser, der gestern Abend am Reck nach einer anspruchsvollen Übung (Ausgangswert 7,0) seine vagen Medaillenchancen mit einem verpatzten Abgang zunichte machte.

Boy hat beschlossen, seine Lehre zum Bankkaufmann abzuschließen und sich der besseren Trainingsmöglichkeiten wegen der Sportförderkompanie anzuschließen. Der Lausitzer, der das deutsche Team an Hambüchens Seite 2007 überraschend zur WM-Bronzemedaille führte, wartet weiter auf den ersten Einzug in ein Einzelfinale bei einer internationalen Meisterschaft.

Wie sehr das Turnen an den sehnigen und muskulösen Körpern der Athleten zehrt, musste Marcel Nguyen (22) erfahren. Der Sohn eines Vietnamesen und einer Münchnerin war kurzfristig als Ersatzmann bei der neuen Champions Trophy nominiert worden und überraschend Zweiter geworden. Doch im Vorfeld der WM litt der 1,62 Meter große und 51 Kilogramm leichte Nguyen an Schulterbeschwerden - typisch für Turner. Schmerzfrei ist er immer noch nicht, "aber wenn ich mich zusammenreiße, geht es", sagt Nguyen. Gestern in der Qualifikation mühte er sich zwar, musste nach Patzern beim Sprung und am Seitpferd aber um seinen Start im Mehrkampffinale bangen.

Große Pläne schmiedet Matthias Fahrig. Der Hallenser, der bei Europameisterschaften schon drei Medaillen errang, gilt jetzt als größte Medaillenhoffnung im deutschen Team. Zu den angestrebten zwei Sprüngen mit Schwierigkeit 7,0 wird es nicht kommen, weil die Vorbereitung zu kurz war, wie er selbst sagt. Mit dem Doppelsalto mit halber Drehung (7,0) und dem Kasamatsu mit eineinhalb Drehungen (6,6) bietet er aber ein schwieriges Programm an: "Ich hoffe, ich habe genug Power im Körper, um meine Übungen auf den Punkt zeigen zu können."

Allerdings klafften beim 23-Jährigen Anspruch und Wirklichkeit schon mal auseinander. Der Sohn einer Deutschen und eines Kubaners war auf dem besten Weg in die Spitze, aber genauso wichtig wie das Turnen schien ihm die Feier danach. Das hat ihn früh beispielsweise von Hambüchen unterschieden, der es nicht nur durch sein Talent so weit gebracht hat, sondern auch durch Disziplin.

Zum Training kam der Hallenser Fahrig (23) einige Male zu spät und zog noch um die Häuser, als seine Teamkollegen ordnungsgemäß im Bett lagen. Deshalb flog er aus der deutschen Riege, die Olympischen Spiele fanden ohne ihn statt. Jetzt gelobt er Besserung. Die drei Wochen in Kienbaum überstand er ohne Beanstandungen. "Mein Leben hat jetzt mehr Ordnung", sagt er. "Ich stecke mir konkrete Ziele, das hilft mir."
WM ohne Hambüchen: Angriff der «Schattenmänner»
Bisher stellte Erfolgs-Turner Fabian Hambüchen seine Teamgefährten stets in den Schatten, nun wollen die bisherigen «Schattenmänner» ins Rampenlicht.
13.10.09
Nach dem verletzungsbedingten Ausfall des Leitwolfes, der wegen seines Außenbandrisses im Training erstmals seit 2003 bei einem Saison-Höhepunkt der Turner in London nur Tribünengast ist, lastet die Verantwortung für das deutsche Abschneiden vor allem auf den Schultern von Philipp Boy und Matthias Fahrig.

Der Lausitzer, der die «Boy-Group» an der Seite von Hambüchen bereits 2007 in Stuttgart zur völlig überraschenden WM-Bronzemedaille führte und im Vorjahr auch zur silbernen EM-Riege gehörte, hat bisher noch nie ein Einzel-Finale bei einem internationalen Championat erreicht. «Der Ausfall von Fabian schmerzt natürlich, ich hatte so gehofft, dass er turnen kann. Aber mich wird das nicht von meinen eigenen Zielen ablenken», sagte der 22 Jahre alte Lausitzer.

Geschockt vom Ausfall des Medaillen-«Hamsters» - seit 2005 gewann Hambüchen 15 mal Edelmetall bei Olympia, WM und EM - zeigte sich Boy nicht. «Wir anderen hatten schon weit schwerere Verletzungen und das ist in der Öffentlichkeit kaum wahrgenommen worden», meinte Boy, dessen Vorbereitung auf London alles andere als optimal verlief. Vor der Qualifikation in Achern erkrankte er an der Schweinegrippe, konnte in Baden nicht starten und kam um die Chance eines Sechskampf- Einsatzes in der britischen Metropole. «Jetzt bin ich echt dankbar, dass ich überhaupt dabei bin», sagte Boy, der am Reck, dem Spezialgerät Hambüchens, seine Chance bekommt. Mit einer schwierigen Übung - Ausgang 7,0 - hat er durchaus Chancen auf einen Sprung in die Weltspitze, doch muss dann alles perfekt klappen.

Als Vierter hatte Boy im April bei der Europameisterschaft in Mailand schon mal am Siegerpodest geschnuppert. Aber auch dort stand er natürlich klar im Schatten des großen Hambüchen, der erstmals seit Alfred Schwarzmann bei Olympia 1936 wieder einen Allround-Erfolg nach Deutschland geholt hatte. Ähnlich erging es Matthias Fahrig, der in der Lombardei am Boden Zweiter wurde, doch vor ihm rangierte mit hauchdünnem Vorsprung Fabian Hambüchen. Mit Bronze am Sprung holte sich der Hallenser die insgesamt dritte EM-Medaille seiner Karriere.

Danach reiften für den 23-Jährigen nicht alle Träume in der WM-Vorbereitung, so dass es Kritik von Cheftrainer Andreas Hirsch gab. Für die angestrebten zwei Sprünge mit Schwierigkeit 7,0, mit denen er als ganz heißer Medaillen-Kandidat in London angereist wäre, war im Training die Zeit zu kurz, wie er selbst sagt. Mit dem Doppelsalto mit halber Drehung (7,0) und dem Kasamatsu mit eineinhalb Drehungen (6,6) hat er aber dennoch ein schwieriges Programm anzubieten.

«Ich hoffe, ich habe genug Power im Körper, um meine Übungen auf den Punkt zeigen zu können. Mein Ziel sind die Punktzahlen von Mailand - alles andere liegt nicht in meiner Macht», sagt das SprungTalent und kündigt an: «Die Sprung-Konkurrenz wird wie ein Russisches Roulette». Er will sich auch ohne seinen Partner Hambüchen «hochpuschen wie in Mailand. Das ist legales Doping», sagte Fahrig.

Hambüchen wird seine Kameraden von der Tribüne aus anfeuern. «Ich traue ihnen einiges zu», sagte er. Wie schwer es für die deutschen Männer in London aber wird, hatte Cheftrainer Andreas Hirsch schon im Vorfeld angedeutet: «Es ist eine Einzel-WM: Da wird jeder aufgeboten, der irgendwo hängen, springen oder stützen kann. Alles was aussieht wie Metall, wäre für uns ein Erfolg.»
(zeit.de)
Fabian Hambüchen bestätigt Aus bei Turn-WM
"Ich hoffe, dass Philipp Boy am Reck gut durchkommt..."
12.10.09
Fabian Hambüchen hat sein bitteres Aus bei der Turn-Weltmeisterschaft in London wegen seiner Fuß-Verletzung bestätigt. Er kam an Krücken, legte den dick getapten Fuß auf einen Stuhl, doch ein Bild des Leidens gab Fabian Hambüchen nicht ab.

Im Gegenteil: Nachdem das bittere Aus für die am 13. Oktober in London beginnende Weltmeisterschaft und damit wohl auch für den Rest der Turn-Saison feststand, gab sich der Reck-Weltmeister schon wieder kämpferisch. "Wer mich kennt, der weiß, dass ich zurückkomme. Und dann geht es wieder volle Kanne. Ich freue mich schon jetzt auf das Comeback", sagte Hambüchen bei der kurzfristig einberufenen Pressekonferenz im deutschen Mannschaftshotel Premier Inn von London.

Danach schilderte der 21 Jahre alte Wetzlarer, der fast alle Medaillen-Hoffnungen im deutschen Team trug, noch einmal die Schrecksekunde vom Vorabend. Im Podium-Training war Hambüchen beim Einturnen am Boden bei zweieinhalb Schrauben mit dem linken Fuß so unglücklich umgeknickt, dass später ein Riss des Außenbandes diagnostiziert wurde. "Es hat richtig ratsch gemacht. Da wusste ich, dass etwas gerissen ist", meinte der Hesse und fügte hinzu: "Das hat mir innerlich einen Kracher gegeben. Deshalb waren meine ersten Worte zum Cheftrainer: Das war's, es ist vorbei." Mit schmerzverzerrtem Gesicht war er zunächst auf der Matte liegen geblieben, musste später minutenlang am Rande des Podiums versorgt und schließlich zu Röntgen- und Kernspin-Untersuchungen in ein nahes Krankenhaus eingeliefert werden.

"Ich hatte Glück im Unglück, dass nichts gebrochen ist und mir eine Operation erspart bleibt", sagte Hambüchen. Er wollte noch keine Prognosen über die Dauer seiner Zwangspause abgeben, aber ein Start bei der Champions Trophy am 25. Oktober in Hannover und 15. November in Stuttgart ist definitiv ausgeschlossen. "Ich will mich nicht unnötig zerschießen. Es kommt, wie es kommt", sagte der Mehrkampf-Europameister von Mailand.

"Er wird das ganz in Ruhe auskurieren, aber ich denke, schon in einer Woche können wir ihn körperlich wieder belasten. Wir müssen nur Ersatzübungen finden, damit sein konditioneller Zustand nicht abnimmt", versuchte Vater und Trainer Wolfgang Hambüchen, das Beste aus der Situation zu machen. Auch Mental-Trainer Bruno Hambüchen räumte ein, im ersten Moment geschockt gewesen zu sein: "Als ich ihn da liegen sah, wusste ich: Jetzt wird es richtig ernst."

Die Medaillen-Chancen des deutschen Teams bei den Titelkämpfen in London sind damit auf einen Schlag deutlich gesunken. Hambüchen wird aber seinen Teamgefährten bei der Qualifikation in der 12 000 Zuschauer fassenden O2-Arena die Daumen drücken. "Ich hoffe, dass Philipp Boy am Reck gut durchkommt und auch Matze Fahrig so auftrumpft wie bei der EM in Mailand", meinte er und hofft, dass sie sich voll auf ihren Wettkampf konzentrieren. "Aber richtig freuen kann ich mich auf der Tribüne natürlich nicht. Es ist und bleibt mein großer Traum, mal Allround-Weltmeister zu werden", räumt der WM- Zweite von Stuttgart 2007 ein. Er ist sicher, dass seine Verletzung die Gefährten nicht umhaut. "Obwohl wir ein gutes Team sind, müssen alle ihr Ding selber machen", sagte er.

Konsequenzen aus seinem Unfall hat er sofort gezogen. "Die Saison von März bis November ist einfach zu lang. Im kommenden Jahr werde ich anders planen und mir mehr Erholungsphasen gönnen." Die kleine Unkonzentriertheit, die schließlich das WM-Aus bedeutete, führt er aber keineswegs auf mangelnde Fitness zurück. "Verletzungen sind in unserer Sportart nichts Unnormales. Ich mache mir keine Sorgen, dass ich irgendwie vom Schicksal getroffen wurde", meinte Hambüchen, der im Vorjahr wegen einer Finger-Verletzung bei Olympia gehandicapt war.
(dpa)
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