[ 1 | 10 | 20 | 30 | 40 | 49 | 50 | 51 | 52 | 53 | 54 | 55 | 56 | 57 | 58 | 59 | 60 | 70 | 80 | 90 | 100 | 177 ]
Boy scheitert beim Abgang am Reck
Fahrig und Nguyen im Finale der Turn-WM
13.10.09
Licht und Schatten wechselten sich am ersten Wettkampftag der 41. Turn-Weltmeisterschaften für das Turn-Team Deutschland ab. Positive Ergebnisse erzielten Matthias Fahrig (SV Halle) mit dem Einzug in das Finale am Boden mit 15,525 Punkten Und Sprung 16,012 Punten.

Marcel Nguyen (TSV Unterhaching) qualifizierte sich trotz eines sehr durchwachsenen Mehrkampf mit 84,900 Punkten als neunzehnter für das Mehrkampffinale am Donnerstag.

Auch der 19jährige Sebastian Krimmer (TSG Backnang) zeigte eine solide Vorstellung bei seinem WM-Debüt und rechtfertigte mit 14,125 Punkten am Pauschenpferd und 14,600 Punkten am Barren seine Nominierung.

Der Cottbuser Philipp Boy war bei seinem einzigen WM-Einsatz am Reck auf einem guten Weg sich in sein ersten Einzelfinale bei einem großen Championat zu turnen. Groß war entsprechend die Enttäuschung bei Philipp Boy, der sich durchaus Hoffnungen auf das Finale am Reck gemacht hatte und den lädierten Hambüchen dort vertreten wollte. Nach einer soliden Übung kam der 22-Jährige beim Abgang zu Fall, für ihn war diese WM damit schon nach einer einzigen Kür beendet. "Ich hätte einfach lockerer rangehen müssen. Am Ende war ich völlig k.o., ich weiß nicht warum", rätselte der deutsche Boden-Meister.

Auch Thomas Taranu (KTV Straubenhardt) wurde an den Ringen der Tsukahara-Abgang zum Verhängnis. Mit 13,900 Punkten blieb Taranu damit ebenfalls in der Qualifikation hängen.
(dtl)
«Sportler können damit umgehen»
Interview mit Wolfgang Willam
13.10.09
Aus dem Schatten ins Rampenlicht: Nach dem Ausfall von Fabian Hambüchen müssen die anderen deutschen Turner die Kastanien aus dem Feuer holen. Die Erwartungen sind extrem geschrumpft, wie Sportdirektor Wolfgang Willam im Interview mit News.de betont.

Der Sportdirektor des Deutschen Turnerbundes Wolfgang Willam.

Wie hat die Mannschaft die Hiobsbotschaft von Hambüchens Verletzung verdaut?

Willam: Ganz gut. Ich glaube, dass die Medien das überschätzen. Sportler können mit Verletzungen umgehen und aufgrund des Modus, da es eine Einzel-Weltmeisterschaft ist, muss sich ohnehin jeder für sich durchkämpfen.

Haben Sie Reaktionen von Hambüchens Kollegen mitbekommen?

Willam: Ja. Wie gesagt, sie waren keineswegs geschockt. Sie hatten teils selbst schon schwere Verletzungen. Fabian Hambüchen wird jetzt sehr gut betreut. Er fühlt sich gut aufgehoben. Natürlich ist es schade, dass er zuschauen muss. Er war wirklich sehr gut in Form.

Die Medien konzentrieren sich stark auf die Person Hambüchen. Sehen Sie, dass das Interesse an der WM gesunken ist?

Willam: ARD und ZDF bleiben auf jeden Fall bei ihrer geplanten Berichterstattung. Was die Zeitungen angeht, muss man abwarten. Den einmaligen Ausfall von Fabian Hambüchen wird man verkraften. Natürlich aber ist er das Aushängeschild des deutschen Turnens und soll das auch bleiben.

Hambüchen hätte alle Aufmerksamkeit auf sich gelenkt und so vielleicht auch dem einen oder anderen Kollegen etwas Druck genommen. Ist sein Ausfall für die anderen Turner eine Bürde, oder können sie dadurch aus seinem Schatten treten?

Willam: Ich sehe es als Chance. Die Jungen können sich jetzt beweisen. Matthias Fahrig beispielsweise hat bei der EM schon gute Leistungen gezeigt, zwei Medaillen gewonnen. Marcel Nguyen turnte am ersten Tag sehr gut. Philipp Boy gehört, wenn er seine schwierige Übung fehlerlos turnt, in den Kreis der besten Acht.

Welche sportlichen Ziele setzt sich der Deutscher Turnerbund ohne Hambüchen bei der WM?

Willam: Wir wollen in das eine oder andere Finale. Eine Medaille wäre allerdings eine riesige Überraschung.

Von news.de-Redakteur Michael Heinrich
Die Stunde der kleinen Prinzen
Nach Hambüchens Absage rücken die Turner Fahrig, Boy und Nguyen bei den Weltmeisterschaften unverhofft ins Rampenlicht
13.10.09
Anfangs, berichtete Mama Beate, herrschten große Zweifel, ob ihr Sohn Fabian "das psychisch durchstehen werde". Der Reck-Weltmeister als Zuschauer auf der Tribüne, während unten seine Teamkollegen ihre Tsukaharas und Kolman-Salti für die Plätze in den Gerätefinals am Wochenende fabrizieren. Doch dann gab sich Fabian Hambüchen (22) einen Ruck, fläzte sich mit seinem bandagierten Fuß auf einen Plastiksitz und beklatschte die Darbietungen seiner Kollegen. "Nicht dabei zu sein, schmerzt, aber ich blicke nach vorn, freue mich mit den Jungs", sagte er.

Als verschworene Gemeinschaft wollte sich das Team von Bundestrainer Andreas Hirsch geben, und das Verhältnis der kleinen Prinzen untereinander wurde gleich auf eine harte Belastungsprobe gestellt. Nach dem unfreiwilligen Abgang des verletzten Hambüchen rückt die Boygroup des Turnens ohne ihren Vorzeigemann ins Rampenlicht. Und als ob es die Bandmitglieder geahnt hätten, waren sie vor den Weltmeisterschaften in London alle noch einmal kurz beim Friseur. "Die Stimmung in der Mannschaft war noch nie so gut", berichtete Philipp Boy bereits vergangene Woche im Trainingslager in Kienbaum. "Wir sind alle etwa ein Alter und haben den gleichen Humor."

Hambüchens Aus sei "bedauerlich, ich hatte so gehofft, dass er turnen kann", sagt Boy (22). Für ihn ist der Bänderriss des Kollegen aber lediglich eine "normale Folge" der Risikosportart Turnen. "Wir anderen hatten schon weit schwerere Verletzungen, und das ist in der Öffentlichkeit kaum wahrgenommen worden." Selbst Boys letzte Malaise schaffte es zu kaum mehr als einer Randnotiz, obwohl er einer der wenigen Sportler war, die an der Schweinegrippe erkrankt waren. Boy plagten so heftige Schmerzen, "dass ich dachte, ich sterbe. Ich bin dankbar, dass ich überhaupt dabei bin", sagt der Cottbuser, der gestern Abend am Reck nach einer anspruchsvollen Übung (Ausgangswert 7,0) seine vagen Medaillenchancen mit einem verpatzten Abgang zunichte machte.

Boy hat beschlossen, seine Lehre zum Bankkaufmann abzuschließen und sich der besseren Trainingsmöglichkeiten wegen der Sportförderkompanie anzuschließen. Der Lausitzer, der das deutsche Team an Hambüchens Seite 2007 überraschend zur WM-Bronzemedaille führte, wartet weiter auf den ersten Einzug in ein Einzelfinale bei einer internationalen Meisterschaft.

Wie sehr das Turnen an den sehnigen und muskulösen Körpern der Athleten zehrt, musste Marcel Nguyen (22) erfahren. Der Sohn eines Vietnamesen und einer Münchnerin war kurzfristig als Ersatzmann bei der neuen Champions Trophy nominiert worden und überraschend Zweiter geworden. Doch im Vorfeld der WM litt der 1,62 Meter große und 51 Kilogramm leichte Nguyen an Schulterbeschwerden - typisch für Turner. Schmerzfrei ist er immer noch nicht, "aber wenn ich mich zusammenreiße, geht es", sagt Nguyen. Gestern in der Qualifikation mühte er sich zwar, musste nach Patzern beim Sprung und am Seitpferd aber um seinen Start im Mehrkampffinale bangen.

Große Pläne schmiedet Matthias Fahrig. Der Hallenser, der bei Europameisterschaften schon drei Medaillen errang, gilt jetzt als größte Medaillenhoffnung im deutschen Team. Zu den angestrebten zwei Sprüngen mit Schwierigkeit 7,0 wird es nicht kommen, weil die Vorbereitung zu kurz war, wie er selbst sagt. Mit dem Doppelsalto mit halber Drehung (7,0) und dem Kasamatsu mit eineinhalb Drehungen (6,6) bietet er aber ein schwieriges Programm an: "Ich hoffe, ich habe genug Power im Körper, um meine Übungen auf den Punkt zeigen zu können."

Allerdings klafften beim 23-Jährigen Anspruch und Wirklichkeit schon mal auseinander. Der Sohn einer Deutschen und eines Kubaners war auf dem besten Weg in die Spitze, aber genauso wichtig wie das Turnen schien ihm die Feier danach. Das hat ihn früh beispielsweise von Hambüchen unterschieden, der es nicht nur durch sein Talent so weit gebracht hat, sondern auch durch Disziplin.

Zum Training kam der Hallenser Fahrig (23) einige Male zu spät und zog noch um die Häuser, als seine Teamkollegen ordnungsgemäß im Bett lagen. Deshalb flog er aus der deutschen Riege, die Olympischen Spiele fanden ohne ihn statt. Jetzt gelobt er Besserung. Die drei Wochen in Kienbaum überstand er ohne Beanstandungen. "Mein Leben hat jetzt mehr Ordnung", sagt er. "Ich stecke mir konkrete Ziele, das hilft mir."
WM ohne Hambüchen: Angriff der «Schattenmänner»
Bisher stellte Erfolgs-Turner Fabian Hambüchen seine Teamgefährten stets in den Schatten, nun wollen die bisherigen «Schattenmänner» ins Rampenlicht.
13.10.09
Nach dem verletzungsbedingten Ausfall des Leitwolfes, der wegen seines Außenbandrisses im Training erstmals seit 2003 bei einem Saison-Höhepunkt der Turner in London nur Tribünengast ist, lastet die Verantwortung für das deutsche Abschneiden vor allem auf den Schultern von Philipp Boy und Matthias Fahrig.

Der Lausitzer, der die «Boy-Group» an der Seite von Hambüchen bereits 2007 in Stuttgart zur völlig überraschenden WM-Bronzemedaille führte und im Vorjahr auch zur silbernen EM-Riege gehörte, hat bisher noch nie ein Einzel-Finale bei einem internationalen Championat erreicht. «Der Ausfall von Fabian schmerzt natürlich, ich hatte so gehofft, dass er turnen kann. Aber mich wird das nicht von meinen eigenen Zielen ablenken», sagte der 22 Jahre alte Lausitzer.

Geschockt vom Ausfall des Medaillen-«Hamsters» - seit 2005 gewann Hambüchen 15 mal Edelmetall bei Olympia, WM und EM - zeigte sich Boy nicht. «Wir anderen hatten schon weit schwerere Verletzungen und das ist in der Öffentlichkeit kaum wahrgenommen worden», meinte Boy, dessen Vorbereitung auf London alles andere als optimal verlief. Vor der Qualifikation in Achern erkrankte er an der Schweinegrippe, konnte in Baden nicht starten und kam um die Chance eines Sechskampf- Einsatzes in der britischen Metropole. «Jetzt bin ich echt dankbar, dass ich überhaupt dabei bin», sagte Boy, der am Reck, dem Spezialgerät Hambüchens, seine Chance bekommt. Mit einer schwierigen Übung - Ausgang 7,0 - hat er durchaus Chancen auf einen Sprung in die Weltspitze, doch muss dann alles perfekt klappen.

Als Vierter hatte Boy im April bei der Europameisterschaft in Mailand schon mal am Siegerpodest geschnuppert. Aber auch dort stand er natürlich klar im Schatten des großen Hambüchen, der erstmals seit Alfred Schwarzmann bei Olympia 1936 wieder einen Allround-Erfolg nach Deutschland geholt hatte. Ähnlich erging es Matthias Fahrig, der in der Lombardei am Boden Zweiter wurde, doch vor ihm rangierte mit hauchdünnem Vorsprung Fabian Hambüchen. Mit Bronze am Sprung holte sich der Hallenser die insgesamt dritte EM-Medaille seiner Karriere.

Danach reiften für den 23-Jährigen nicht alle Träume in der WM-Vorbereitung, so dass es Kritik von Cheftrainer Andreas Hirsch gab. Für die angestrebten zwei Sprünge mit Schwierigkeit 7,0, mit denen er als ganz heißer Medaillen-Kandidat in London angereist wäre, war im Training die Zeit zu kurz, wie er selbst sagt. Mit dem Doppelsalto mit halber Drehung (7,0) und dem Kasamatsu mit eineinhalb Drehungen (6,6) hat er aber dennoch ein schwieriges Programm anzubieten.

«Ich hoffe, ich habe genug Power im Körper, um meine Übungen auf den Punkt zeigen zu können. Mein Ziel sind die Punktzahlen von Mailand - alles andere liegt nicht in meiner Macht», sagt das SprungTalent und kündigt an: «Die Sprung-Konkurrenz wird wie ein Russisches Roulette». Er will sich auch ohne seinen Partner Hambüchen «hochpuschen wie in Mailand. Das ist legales Doping», sagte Fahrig.

Hambüchen wird seine Kameraden von der Tribüne aus anfeuern. «Ich traue ihnen einiges zu», sagte er. Wie schwer es für die deutschen Männer in London aber wird, hatte Cheftrainer Andreas Hirsch schon im Vorfeld angedeutet: «Es ist eine Einzel-WM: Da wird jeder aufgeboten, der irgendwo hängen, springen oder stützen kann. Alles was aussieht wie Metall, wäre für uns ein Erfolg.»
(zeit.de)
Fabian Hambüchen bestätigt Aus bei Turn-WM
"Ich hoffe, dass Philipp Boy am Reck gut durchkommt..."
12.10.09
Fabian Hambüchen hat sein bitteres Aus bei der Turn-Weltmeisterschaft in London wegen seiner Fuß-Verletzung bestätigt. Er kam an Krücken, legte den dick getapten Fuß auf einen Stuhl, doch ein Bild des Leidens gab Fabian Hambüchen nicht ab.

Im Gegenteil: Nachdem das bittere Aus für die am 13. Oktober in London beginnende Weltmeisterschaft und damit wohl auch für den Rest der Turn-Saison feststand, gab sich der Reck-Weltmeister schon wieder kämpferisch. "Wer mich kennt, der weiß, dass ich zurückkomme. Und dann geht es wieder volle Kanne. Ich freue mich schon jetzt auf das Comeback", sagte Hambüchen bei der kurzfristig einberufenen Pressekonferenz im deutschen Mannschaftshotel Premier Inn von London.

Danach schilderte der 21 Jahre alte Wetzlarer, der fast alle Medaillen-Hoffnungen im deutschen Team trug, noch einmal die Schrecksekunde vom Vorabend. Im Podium-Training war Hambüchen beim Einturnen am Boden bei zweieinhalb Schrauben mit dem linken Fuß so unglücklich umgeknickt, dass später ein Riss des Außenbandes diagnostiziert wurde. "Es hat richtig ratsch gemacht. Da wusste ich, dass etwas gerissen ist", meinte der Hesse und fügte hinzu: "Das hat mir innerlich einen Kracher gegeben. Deshalb waren meine ersten Worte zum Cheftrainer: Das war's, es ist vorbei." Mit schmerzverzerrtem Gesicht war er zunächst auf der Matte liegen geblieben, musste später minutenlang am Rande des Podiums versorgt und schließlich zu Röntgen- und Kernspin-Untersuchungen in ein nahes Krankenhaus eingeliefert werden.

"Ich hatte Glück im Unglück, dass nichts gebrochen ist und mir eine Operation erspart bleibt", sagte Hambüchen. Er wollte noch keine Prognosen über die Dauer seiner Zwangspause abgeben, aber ein Start bei der Champions Trophy am 25. Oktober in Hannover und 15. November in Stuttgart ist definitiv ausgeschlossen. "Ich will mich nicht unnötig zerschießen. Es kommt, wie es kommt", sagte der Mehrkampf-Europameister von Mailand.

"Er wird das ganz in Ruhe auskurieren, aber ich denke, schon in einer Woche können wir ihn körperlich wieder belasten. Wir müssen nur Ersatzübungen finden, damit sein konditioneller Zustand nicht abnimmt", versuchte Vater und Trainer Wolfgang Hambüchen, das Beste aus der Situation zu machen. Auch Mental-Trainer Bruno Hambüchen räumte ein, im ersten Moment geschockt gewesen zu sein: "Als ich ihn da liegen sah, wusste ich: Jetzt wird es richtig ernst."

Die Medaillen-Chancen des deutschen Teams bei den Titelkämpfen in London sind damit auf einen Schlag deutlich gesunken. Hambüchen wird aber seinen Teamgefährten bei der Qualifikation in der 12 000 Zuschauer fassenden O2-Arena die Daumen drücken. "Ich hoffe, dass Philipp Boy am Reck gut durchkommt und auch Matze Fahrig so auftrumpft wie bei der EM in Mailand", meinte er und hofft, dass sie sich voll auf ihren Wettkampf konzentrieren. "Aber richtig freuen kann ich mich auf der Tribüne natürlich nicht. Es ist und bleibt mein großer Traum, mal Allround-Weltmeister zu werden", räumt der WM- Zweite von Stuttgart 2007 ein. Er ist sicher, dass seine Verletzung die Gefährten nicht umhaut. "Obwohl wir ein gutes Team sind, müssen alle ihr Ding selber machen", sagte er.

Konsequenzen aus seinem Unfall hat er sofort gezogen. "Die Saison von März bis November ist einfach zu lang. Im kommenden Jahr werde ich anders planen und mir mehr Erholungsphasen gönnen." Die kleine Unkonzentriertheit, die schließlich das WM-Aus bedeutete, führt er aber keineswegs auf mangelnde Fitness zurück. "Verletzungen sind in unserer Sportart nichts Unnormales. Ich mache mir keine Sorgen, dass ich irgendwie vom Schicksal getroffen wurde", meinte Hambüchen, der im Vorjahr wegen einer Finger-Verletzung bei Olympia gehandicapt war.
(dpa)
short news: Hambüchen sagt Start bei Turn-WM ab
nun Nominierungsrotation ?
12.10.09
Fabian Hambüchen seinen Start bei den Turn-Weltmeisterschaften in London abgesagt. Der Reck-Titelverteidiger war gesteern Abend beim Boden- Training umgeknickt und hat sich einen Außenbandriss im linken Knöchel zugezogen. Hambüchen will sich bei einer Pressekonferenz in London gegen Mittag äußern.
(dpa)
Hambüchen bangt nach Fußverletzung um WM-Start
Philipp Boy chancenreich am Reck, wenn ...
12.10.09
Das Gesicht schmerzverzerrt, der Fuß dick geschwollen: Der Start von Reck-Titelverteidiger Fabian Hambüchen bei den Turn-Weltmeisterschaften in London ist akut gefährdet.

Der 21 Jahre alte deutsche Ausnahme-Athlet zog sich während des Podium-Trainings in der O2-Arena eine schwere Fußverletzung zu und musste umgehend in ein Krankenhaus eingeliefert werden. Bei einer akrobatischen Bahn am Boden geriet der Wetzlarer nach einer Schraube in die Vorlage und knickte mit dem linken Fuß so unglücklich um, dass der Mehrkampf-Europameister nur noch humpelnd das Podium verlassen konnte. Danach wurde er minutenlang am Rande der Bodenmatte von Teamarzt Hans-Peter Boschert behandelt und der Fuß mehrfach getapt.

An einer Krücke verließ Hambüchen schließlich die riesige Arena. In einem nahe gelegenen Krankenhaus sollte eine genaue Diagnose erfolgen. «Ohne Röntgen-Aufnahmen kann man noch gar nichts sagen. Alles andere ist jetzt Spekulation», sagte Cyrus Salehi, der Physiotherapeut der deutschen Mannschaft.

Erst nach dem Befund kann nach Aussage der Trainer entschieden werden, ob für Hambüchen der WM-Start überhaupt noch möglich ist. Die Titelkämpfe beginnen mit der Männer-Qualifikation am 13. Oktober. Fabian Hambüchen gilt im Mehrkampf, am Reck und am Boden als heißer Medaillen-Kandidat. Die Gesichter von Vater und Heimtrainer Wolfgang Hambüchen, Cheftrainer Andreas Hirsch und DTB-Sportdirektor Wolfgang Willam verhießen nach dem Unfall am sechsten Gerät des Podium-Trainings nicht viel Gutes.

Bereits im Vorjahr hatte Hambüchen eine Verletzung möglicherweise um den Olympiasieg gebracht. In Peking hatte er sich in der Qualifikation den kleinen Finger verletzt, später musste er sogar operiert werden. Nur mit schmerzstillenden Mitteln antretend, gelang ihm schließlich am Reck statt des Titels «nur» Bronze. «Erst war das nicht einfach, aber jetzt bin ich glücklich über Bronze. Die Medaille steht in einem Rahmen an einen Ehrenplatz direkt neben der Auszeichnung als Sportler des Jahres 2007», meinte er.

Das Jahr 2009 lief bisher mit dem Gewinn der EM-Titel im Mehrkampf und am Boden sowie zwei Siegen bei der gut dotierten Champions Trophy hervorragend. Bei den Weltmeisterschaften wollte er unbedingt beweisen, dass er der beste Reck-Turner der Welt ist und auch im Mehrkampf ganz vorne dabei sein kann. Ob er angesichts der Fußverletzung dieses Ziel überhaupt angehen kann, wird sich höchstwahrscheinlich erst am 12. Oktober herausstellen. Im Training hatte er bereits wieder eine Reck-Übung mit Schwierigkeit 7,3 geturnt. Damit ist er zur Zeit der einzige Turner der Welt, der einen solchen Ausgang beherrscht.

Auch der Cottbuser Philipp Boy, der diesmal wegen einer Schweinegrippe um seine Sechskampf-Chance kam und in London nur am Reck turnen wird, gilt als chancenreich, wenn er seine hochkarätige 7,0-Übung mal perfekt durchturnen kann. Er trägt am Königsgerät alle deutschen Hoffnungen, falls Hambüchen ausfallen sollte.

Chancenreich sind in London auch der Hallenser Matthias Fahrig beim Sprung und am Boden sowie der Unterhachinger Marcel Nguyen, der sich erstmals bei einem internationalen Championat auch im Mehrkampf vorstellen darf. Doch Cheftrainer Andreas Hirsch warnte bereits vor der Hambüchen-Verletzung vor Euphorie. «Es wird uns erheblicher Wind durch die Spezialisten ins Gesicht blasen. Bei der vergleichbaren WM vor vier Jahren sind wir mit Platz 4 von Fabian am Reck und einem 10. Rang von Eugen Spiridonov im Mehrkampf nach Hause gekommen», erinnerte der Berliner.
(dpa)
Philipp Boy: Straffes Training für den Kampf ums Reck-Finale
Drei Stunden am Vormittag, drei Stunden am Nachmittag, manchmal auch „nur“ zweieinhalb – Philipp Boy hat in den vergangenen Tagen ein äußerst straffes Trainingsprogramm durchgezogen. Bei der Einzel-Weltmeisterschaft in London, die am Dienstag beginnt, will der Cottbuser Nationalmannschaftsturner schließlich topfit an den Start gehen.
08.10.09
Allerdings darf Boy diese Fitness nur am Reck unter Beweis stellen. Für den Mehrkampf hat ihn Bundestrainer Andreas Hirsch nicht vorgesehen. Stattdessen wird neben dem gesetzten Fabian Hambüchen der Unterhachinger Marcel Nguyen an allen sechs Geräten turnen. Boy hat diese Entscheidung durchaus verwundert. „Es hieß zunächst, dass es keinen zweiten Sechskämpfer geben wird“, sagt der 22-Jährige, äußert zugleich aber Verständnis. „Marcel ist momentan sehr gut drauf und hat hart trainiert. Er sollte sein Glück versuchen dürfen“, urteilt Boy über seinen Nationalteamkollegen, mit dem er bei der WM 2007 im deutschen Bronze-Team stand.

Dass es für den Cottbuser selbst diesmal nicht zum Sechskampf gereicht hat (2007 wurde er 18.), wurmt Boy nicht mehr allzu sehr. „Im Endeffekt bin ich dankbar, dass ich überhaupt eine WM-Chance bekommen werde.“ Tatsächlich standen die Titelkämpfe auf der Kippe, nachdem Boy die einzige deutsche Qualifikation Anfang September wegen einer Schweinegrippe-Erkrankung absagen musste. Beim anschließend zusätzlich anberaumten Testwettkampf zeigte er sich zudem längst nicht in Bestform.

Nun jedoch fühlt sich der Cottbuser wieder bestens. „Mir geht es sehr gut und ich bin echt gut vorbereitet“, berichtet Boy, der seit dem 21. September hauptsächlich im Bundesleistungszentrum Kienbaum trainiert hat. Dort hat er verstärkt an seinem Wettkampfgerät Reck geübt, aber auch alle anderen Geräte nicht außer Acht gelassen. „Ich will mich ja auch für die Folgewettkämpfe nach der WM empfehlen“, blickt Boy voraus, wenngleich er natürlich ein klares kurzfristiges Ziel vor Augen hat. „Ich werde mich jetzt hundertprozentig aufs Reck fokussieren und mich endlich mal ins Finale kämpfen.“

Gleich am Dienstag stehen für die sechs deutschen Herren um Fabian Hambüchen, die am heutigen Donnerstag in die britische Hauptstadt fliegen, die Qualifikationswettkämpfe auf dem Programm. Dass Philipp Boy dabei „nur“ zum Mini-Einsatz kommt, schmälert für ihn den Wert dieser Titelkämpfe an der Themse ganz und gar nicht. „WM ist WM.“
(lr-online.de)
Cottbuser Trampolinturnerinnen bei Ihrem ersten Länderkampf erfolgreich
Silva Müller und Henriette Reinke im internationalen Einsatz
28.09.09
Auf Grund hervorragender Leistungen nominierte Bundestrainer/Nachwuchs Jörg Hohenstein die jungen Cottbuser Trampolinturnerinnen Henriette Reinke und Silva Müller für den Länderkampf Großbritannien - Deutschland.

Beide verstärkten somit am letzten Wochenende das 16 köpfige deutsche Team und bestritten ihren ersten Länderkampf in Taunten (GBR).

Beide Mädchen bestanden diese Bewährungsprobe mit Bravour und erreichten in der Altersklasse U15 einen sehr guten 4. (Reinke) und 5. (Müller) Platz.

Bundestrainer und Heimtrainer Uwe Marquardt zeigten sich mit den gezeigten Leistungen, besonders im Hinblick auf die Jugendweltmeisterschaften (12.-22.11.2009 in St. Petersburg), zufrieden.

"Die Vorbereitungen auf diesen Jahreshöhepunkt laufen bereits, jetzt müssen wir noch den Schwierigkeitsgrad der Übungen aufstocken und an den Feinheiten arbeiten", so Uwe Marquardt.

Vor der JWM wird es beim internationalen LOK-Cup in Zwickau (31.10.2009) noch einen letzten Testwettkampf geben.
(UM)
Länderkampf Rumänien - Schweiz - Deutschland
Philipp Boy (Cottbus) Bester am Reck
28.09.09
Der Länderkampf im rumänischen Ploiesti zwischen Rumänien, der Schweiz und Deutschland galt für die deutschen WM-Nominierten Philipp Boy (Foto), Marcel Nguyen, Matthias Fahrig, Thomas Taranu und Sebastian Krimmer als letzter Testwettkampf, unter internationalen Bedingungen, vor den kommenden Weltmeisterschaften in London.

Da die Titelkämpfe in diesem Jahr die Weltmeister an den einzelnen Geräten und den besten Mehrkämpfer krönen werden, gab es beim ausgetragenen Länderkampf keine Teamwertung. Nicht am Start war Fabian Hambüchen, der nach seiner Teilnahme an der Champions Trophy in Berlin (19. September) pausierte. Für ihn trat Andreas Toba an die Geräte.

Marcel Nguyen (Unterhaching) wurde im Mehrkampf mit 88,2 Punkten Zweiter hinter Daniel Groves (88,6 Punkte) aus der Schweiz und vor Claudio Capelli (ebenfalls Schweiz), der 87,050 Punkte erturnte.

Gegen die internationale Konkurrenz setzte sich Marcel Nguyen am Boden und Philipp Boy (Cottbus) am Reck durch.
[ 1 | 10 | 20 | 30 | 40 | 49 | 50 | 51 | 52 | 53 | 54 | 55 | 56 | 57 | 58 | 59 | 60 | 70 | 80 | 90 | 100 | 177 ]
SCC-AKTUELL
mit unserem Förderer

aktuelle Weltranglisten

MEILENSTEINE

Festbroschüre zum 20-jährigen Bestehen des SC Cottbus Turnen e.V.
(PDF, ca. 6,0 MB)

Kinder stark machen:
"Turnen ist in"
Die Turn-Talentschule Lausitz: eine Initiative von T.I.C. und dem SC Cottbus Turnen e.V.
klicken Sie doch mal rein !
(pdf, ca 250 kb)

Wir stehen für einen sauberen Sport!
Für einen fairen Wettkampf, in dem der Beste gewinnt und der Verlierer die Leistung seines Bezwingers respektiert.
NADA - Nationale Antidoping Agentur
SPORTCLUB COTTBUS TURNEN e.V. - Dresdener Straße 18, 03050 Cottbus, Tel: (0355) 48 63 52, E-Mail: info@scc-turnen.de