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Jugendländerkampf im Trampolinturnen Großbritannien – Deutschland in Taunton (GBR)
Silvia Müller und Henriette Reinke vom SCC dabei
25.09.09
16 Trampolinturner des DTB sind für den traditionellen Länderkampf vom 25. - 27. September nominiert worden.

In den vergangenen Jahren dominierten die Engländer den Vergleichskampf. Auch dieses Jahr gilt die britische Auswahl wieder als Favorit. Der Länderkampf dient der Vorbereitung auf die World Age Group Competitions (WAGC). Diese finden im November in St. Petersburg statt.

Für den Länderkampf sind folgende Turner nominiert:
Gideon Hirsch, Matthias Pfleiderer, Fabian Vogel, Lars Weiland (alle U15), Oliver Amann, Philip Horn, Nick Nowak sowie Jochen Redekop (alle U18).
Bei den Turnerinnen reisen Saskia Boesader, Franziska Günther, Silvia Müller (SC Cottbus), Henriette Reinke (SC Cottbus) (alle U15) sowie Loeonie Adam, Saskia Heßler, Sarah Szpak und Rieke Tiedemann (alle U18) nach Taunton.

Wir wünschen viel Erfolg !
Turnier der Meister® 2010 als Weltcup bestätigt!
Cottbus bleibt Weltcup-Standort / Turnier vom 19.-21. März 2010 in der Lausitz-Arena
24.09.09
Nachdem das Cottbuser Turnier der Meister® zusammen mit allen anderen B-Weltcups bereits aus dem Weltcup-Kalender des Weltturnverbandes (FIG) 2010 gestrichen worden war, ist nun nach Verhandlungen mit der FIG der Durchbruch gelungen.
Das traditionelle Turn-Turnier wird vom 19. bis 21. März 2010 erneut als Veranstaltung der FIG-Weltcup-Serie ausgetragen.

Auch wenn die grundsätzliche Austragung der 34. Auflage des Turniers nie in Frage stand, so mussten die Organisatoren um Turnierdirektor Mirko Wohlfahrt doch lange um den Status eines FIG-Weltcups bangen.
« „Schlussendlich ging es innerhalb der FIG um die Frage, ob künftig überhaupt noch B-Weltcups ausgerichtet werden“, erklärte DTB-Sportdirektor Wolfgang Willam. Am Mittwoch (23.09.09) wurde im schweizerischen Lausanne diese Frage dann positiv beantwortet. Das Exekutiv-Komitee der FIG beschloss die weitere Austragung der B-Weltcup-Turniere für 2010.

Laut den Regularien der FIG kann nur ein Weltcup-Turnier pro Land ausgetragen werden. Bereits in den vergangenen Jahren hatte das Turnier der Meister® neben dem DTB-Pokal in Stuttgart (Status als A-Weltcup) als zweiter Weltcup in Deutschland eine Sonderregelung als B-Weltcup erhalten.
DTB-Team für die Turn-WM in London steht
Robert Juckel verpasst Sprung auf den WM-Zug
23.09.09
Nach einem abschließenden Leistungsvergleich am Pauschenpferd zwischen Routinier Robert Juckel (SC Cottbus) und Youngster Sebastian Krimmer (TSG Backnang) am Dienstag (22.09.09) steht die deutsche
Riege für die Turnweltmeisterschaften in London (12. – 18.10.) fest.

Die Männer fahren demnach mit Fabian Hambüchen, Philipp Boy, Marcel Nguyen, Matthias Fahrig, Thomas Taranu und Sebastian Krimmer zu den Titelkämpfen an die Themse.

Zum letzten vorbereitenden Test reist das Turnteam Deutschland zu einem Länderkampf in das rumänische Ploiesti, wo die DTB-Riege auf Gastgeber Rumänien und die Schweiz trifft. Eine Ausnahme bildet Fabian Hambüchen, der nach seiner Teilnahme an der Champions Trophy in Berlin am vergangenen Wochenende pausiert. Für ihn geht Andreas Toba (TK Hannover) in Rumänien an die Geräte.

Am gestrigen Dienstag konnte sich der 19-jährige Sebastian Krimmer im Bundesleistungszentrum Kienbaum als letzter WM-Starter qualifizieren. Mit einer guten Darstellung am Pauschenpferd und 14,80 Punkten entschied er den Kampf um den letzten Startplatz gegen den Cottbuser Robert Juckel (Foto - 14,30 Punkte). "Der Glücklichere hat heut gewonnen" so Juckels Trainer Karsten Oelsch, "Wir hatten eine international konkurrenzfähige Übung entwickelt, die bis zum Abgang auch super funktioniert hat. Dann der Sturz. Schade, aber Respekt, dass sich Robert voll reingehängt hat. Glückwunsch an Sebastian, dem wir alles Beste auf seinem Weg wünschen. "
Boy und Juckel in der WM-Vorbereitung
Marc Krause zur Auswahl "Sportler der Woche"
22.09.09
Die Cottbuser Philipp Boy und Robert Juckel bereiten sich seit gestern in Bundesleistungszentrum Kienbaum auf die kommenden Weltmeisterschaften vor und erarbeiten sich dort vor allem ein Optimum an „Fitness und Kondition für Perfektion und mentale Stärke“, wie Trainer Karsten Oelsch berichtet. Bis zur Abreise nach London in knapp drei Wochen wird ein Trainingspensum von mehr als 30 Wochenstunden absolviert. Unterbrochen wird diese unmittelbare Wettkampfvorbereitung (UWV) vom Länderkampf am kommenden Wochenende gegen Rumänien, der letzte Aufschlüsse zu den momentanen Fähigkeiten geben soll.

Mit dabei: Steve Woitalla (links) der nach seiner Handverletzung den Anschluss an die nationale Spitze sucht. "Steve muss das Ziel haben, alte Leistungsfähigkeit wieder herzustellen und sich belastbar zu machen für ein noch höheres Leistungsniveau. Wenn er international agieren möchte, müssen hochwertige Inhalte entwickelt und wettkampffähig gemacht werden" so Trainer Oelsch.



Begleitet werden die 3 Mitglieder des Turn-Team Deutschlands erstmals von Nachwuchstalent Christopher Jursch (rechts), der erstmals aktiv den Hauch der Erarbeitung internationaler Spitzenleistungen hautnah erleben wird. "Christopher hat hier die Aufgabe, seine erarbeiteten Leistungen zu stabilisieren. Es ist für Ihn eine Ehre am Trainingcamp des Turn-Teams Deutschland teilnehmen zu dürfen. Er wird hier sehr viel lernen." so die Einschätzung von Trainer Oelsch.



Während seine Vorbilder in Kienbaum am letzten Schliff arbeiten wird Marc Krause (links) als erfolgreichstem Cottbuser Teilnehmer beim internationalen Nachwuchsturnier um den „GWG-Cup“ die Ehre zuteil, zur Auswahl zum Sportler der Woche zu stehen. Stimmen sie ab:

Sportler der Woche auf lr-online.de(LINK)
Ronny Ziesmer: Botschafter im Handbike
Der querschnittgelähmte frühere Turner Ronny Ziesmer hält beim Berlin-Marathon mit seinem Handbike durch - und träumt jetzt von den Paralympics.
21.09.09
Das Gute an Ronny Ziesmers neuem Sport ist das Ziel. Wenn er es erreicht, dann weiß er, dass er es wirklich geschafft hat und muss nicht noch auf die Übungen seiner Konkurrenten warten. Außerdem ist er am Sonntag im Ziel schon erwartet worden von seiner Freundin, die ihn gleich mit einem Kuss empfing. Als Belohnung, den ersten sportlichen Wettbewerb seit fünf Jahren gemeistert zu haben.

Der ehemalige Turner Ronny Ziesmer ist bei den Handbikern angekommen, nach 2:09:22 Stunden. Ein routinierter Begleiter fuhr mit ihm über die Strecke, der 63 Jahre alte Paralympics-Sieger Heinrich Köberle. Mit ihm wechselte sich Ziesmer beim Windschattenfahren ab, ganz am Ende aber ließ Köberle Ziesmer vorfahren. „Physisch war die Belastung kein Problem, aber vom Kopf her ist die Strecke eine Herausforderung. Die schlimmste Minute meines Lebens war die letzte Minute vor dem Start“, sagte Ziesmer.

Der Sinngehalt eines Marathons, dass jeder im Ziel ein Sieger ist, betrifft Ziesmer ganz besonders. Seit einem Trainingsunfall in der Olympiavorbereitung 2004 ist er von der Halswirbelsäule an abwärts gelähmt und kann nur noch ganz wenige Bewegungen ausführen, etwa den Arm anwinkeln. So kann er auch die Kurbel des Handbikes bedienen. Seine Geschichte hat auch die Zuschauer an der Strecke interessiert, sie jubelten ihm zu, und der 30 Jahre alte Ziesmer sagte: „Es jagt einem der Schauer über den Rücken, wenn man an den vielen Zuschauern vorbeifährt.“

Es ging ums Meistern des Marathons, 42,195 Kilometer durchzuhalten, aber Reiner Pilz, der die Rollstuhl- und Handbikewettbewerbe organisiert, wollte dennoch Ziesmers Leistung bewerten: „Er ist eine Zeit gefahren, die ich ihm gar nicht zugetraut hätte. Ich hatte eher mit drei Stunden gerechnet.“ Der schnellste Handbiker Torsten Purschke war am Sonntag nach 1:05:47 im Ziel.

Pilz sieht Ziesmer jetzt als neuen Botschafter dieser Sportart. „Das ist gut für uns, wenn ein so prominenter Athlet hier mitfährt.“ Das Handbike ist nun jedenfalls Ziesmers wichtiges Sportgerät. Erst in den vergangenen Jahren kam das Handbike groß heraus. „Es ist das ideale Sportgerät für die Masse“, sagt Heinz Frei, Paralympics-Sieger und Weltmeister im Handbike, der aber den Berlin-Marathon wieder im Rollstuhl gewonnen hat, in 1:28:36. „Du kannst dich reinsetzen, die Kurbel in die Hand nehmen und einfach losfahren. Da musst du nicht lange ausprobieren wie im Rennrollstuhl, bis du die ideale Sitzposition gefunden hast und die richtigen Handschuhe“, sagt Frei. Wegen dem Kurbelantrieb gehört Handbikerrennen daher zum Radsport, Rennrollstuhlfahren dagegen zur Leichtathletik.

Die Zahlen der Rennrollstuhlfahrer gehen immer weiter zurück, die der Handbiker nehmen zu, auch Ziesmers Begleiter Köberle fuhr früher im Rennrollstuhl. Mit Ziesmer gibt es nun einen bekannten Handbiker mehr. „Diesen Marathon habe ich gemacht, um mich mit dem Virus zu infizieren“, sagte Ziesmer und es klang, als sei er tatsächlich angesteckt. Ziele bieten sich ihm viele. „Jeder Sportler strebt nach dem Höchsten. Das sind die Paralympics“, sagte er, „ob es schon London 2012 wird, weiß ich aber noch nicht.“ Vorher findet jedenfalls noch zwei Mal der Berlin-Marathon statt.
(tagesspiegel)
XXIV. Internationales Nachwuchsturnier im Gerätturnen um den GWG-Cup mit gutem internationalen Niveau
Cottbuser Turner in der Spitze vertreten
21.09.09
Das Internationale Nachwuchsturnier um den "GWG-Cup" bot am vergangenen Wochenende den anwesenden Zuschauern wieder Turnkost auf hohem Niveau. Bestimmt wurde das Leistungsniveau von den Turnern aus den Niederlanden - angeführt vom Junioreneuropameister Bart Deurloo, den Turnern aus der Schweiz, Litauen und Großbritannien. Man kann davon ausgehen, dass diese Nationen auch im kommenden Jahr bei den Junioren-Europameisterschaften auf sich aufmerksam machen werden.

Dem Cottbuser Jan-Ole Peters (im oberen Foto rechts) - einer von insgesamt zwölf SCC-Startern - gelang in der Altersklasse 11 – 14 Jahre im Mehrkampf eine guter achter Platz. Dazu gesellte sich eine Silbermedaille an den den Ringen sowie Rang sechs am Pauschenpferd.

Erfolgreichster SCC-Turner beim diesjährigen Turnier war Marc Krause (Foto) mit Silber am Barren und Bronze am Pauschenpferd. Im Mehrkampf der Altersklasse 15 – 18 Jahre sicherte sich Krause den achten Rang. Enttäuscht war dagegen Hoffnungsträger Christopher Jursch, der im Mehrkampf patzte und einige Final- und Siegambitionen ad acta legen musste. Mit Bronze an den Ringen und am Boden reichte es dennoch zu zwei Medaillen.

Unter den 400 Zuschauern tummelten sich zahlreiche Sponsoren und Förderer des Cottbuser Turnsports und Ehrengäste, wie MdB Steffen Reiche, dem Vizepräsidenten Leistungssport des Landessportbundes Brandenburg Herrn Gerhold, dem Cottbuser Oberbürgermeister Frank Szymanski, MTB-Präsident Klaus Zacharias, Nachwuchs-Bundestrainer Gunter Schönherr. Sie alle wurden mit Topleistungen an den Geräten und dem tollen Eröffnungsprogramm der jüngsten Turner belohnt.

Bedanken möchte sich der gastgebene SC Cottbus Turnen e.V. beim Ministerium für Bildung Jugend und Sport des Landes Brandenburg, der Stadt Cottbus, dem Sportstättenbetrieb der Stadt Cottbus und den vielen Sponsoren für die Unterstützung, ohne die ein solches Turnier nicht zu realisieren wäre.

Ein besonderer Dank gilt dem TVC 1861, der unter Leitung von Bernd Schädel, seit Jahren ein zuverlässiger Partner in Vor- und Nachbereitung des Turniers ist, sowie der SG Einheit Spremberg.
Trampolin-News
Henriette Reinke und Silva Müller zur JWM
20.09.09
Am vergangenen Wochenende konnten sich und Silva Müller (beide 8. Klasse der Lausitzer Sportschule) für die Jugendweltmeisterschaften qualifizieren. Durch Ihre guten Leistungen wurden beide auch zu am 25.-27.09.2009 stattfindenden Länderkampf gegen England nominiert.

An diesem Wochenende der Teuto-Cup statt. 4 der 5 TrampolinturnerInnen konnten sich dort für das Finale qualifizieren. Bei den Schülerinnen führte Silva Müller nach dem Vorkampf und im Finale testete sie ihre neue und schwere Übung für den Länderkampf und die Jugendweltmeisterschaften. Leider berührte Silva beim letzten Sprung die Federabdeckung und die Haltungskampfrichter mussten ihr ein Punkt sowie die Schwierigkeit des letzten Sprunges abziehen. Durch den großen Vorsprung des Vorkampfes konnte sich Silva Müller mit den 2. Platz freuen.

Bei den Jugendturnerinnen setzte sich ganz klar Christin Kaiser durch. Sie spielte langsam aber sicher ihre Klasse aus und zeigt allen, dass sie nur ein Ziel hat. Im nächsten Jahr will sie erstmal die Qualifikation für die Europameisterschaften bestreiten und den Frauen zeigen: mit mir muss man immer rechnen. Christin ist in sich gewachsen und Trainer Marquardt kann stolz sein, so eine fleißige und ergeizige Sportlerin zu haben. Sie ist und wird noch eine wichtige Stütze im Verein sowie in der Nationalmannschaft werden.

Stephanie Böhme musste sich, um einen Zehntel-Punkt geschlagen, mit den 4. Platz zufrieden geben. Sie zeigte einen sehr guten Wettkampf und auch in der Jugendklasse kann Stephanie vorne mitspringen.

Steve Jugert turnte einen sehr guten Vorkampf und konnte diese Leistung im Finale leider nicht fortsetzen. Am Ende nur der 10. Rang.

Alle Sportler verbesserten sich im vergleich zur letzten Woche und sammelten wichtige Kaderpunkte des Deutschen Turner-Bundes.

(Uwe Marquardt)
XXIV. Internationales Nachwuchsturnier um den "GWG-CUP"
Cottbuser Starter nominiert
17.09.09
Das XXIV. internationale Nachwuchsturnier um den "GWG-CUP" steht in den Startlöchern. Der gastgebende SC Cottbus nominierte für diesen Vergleich gleich 12 talentierte Athleten aus seiner Turnschule. Diese werden sich mit über 100 weiteren internationalen Startern aus insgesamt 19 Nationen messen und um die attraktiven Pokale der GWG "Stadt Cottbus"eG kämpfen.

Angeführt von Juniorennationalturner Christopher Jursch (JG 92) werden an den Start gehen:

Ivan PAULEIT 92
Mark KRAUSE 93
Lukas GALLAY 93
Johannes KALMBACH 95
Chris JUNGNICK 95
Jan-Ole PETERS 95
Maik KUNKEL 96
Enrico BAROWSKI 97
Hannes WINKLER 97
Max DÖLVES 97
Tim SPETZKE 97
Eric KOPPERMANN 96

Bereits seit 1986 organisiert der SC Cottbus Turnen e.V. gemeinsam mit dem Turnverein Cottbus 1861 e.V. das mittlerweile von der F.I.G. zertifizierte Internationale Nachwuchsturnier in ununterbrochener Folge. Vor den Augen von Nachwuchs-Bundestrainer Gunter Schönherr werden die Internationalen Nachwuchstalente - wie jedes Jahr - die Möglichkeit nutzen, um unter besten Bedingungen im fairen Wettkampf ihre sportliche Leistungen zu messen.

Organisation Sportclub Cottbus Turnen e.V.
Wettkampfstätte LAUSITZ-ARENA Cottbus, H.-Löns-Str., 03050 Cottbus
Wettkampfzeiten
Samstag, 19.09.2009 09.30 Uhr Jg. 1998– 1995
Samstag, 20.09.2009 14.30 Uhr Jg. 1994– 1991
Sonntag, 20.09.2009 10.00 Uhr Gerätefinals Jg. 1998 - 1995 + 1994 -1991

die Konkurrenz und mehr vom GWG-CUP 2009 auf gwg-cup.de (LINK)
"Ich lebe, um wieder zu siegen"
Der frühere Turner Ronny Ziesmer kehrt als Querschnittgelähmter in den Wettkampfsport zurück - Als Handbiker startet er beim Berlin-Marathon
16.09.09
Am 12. Juni 2004 hatte sich der ehemalige Weltklasseturner Ronny Ziesmer in Kienbaum beim Training für die Olympischen Spiele in Athen die Halswirbelsäule gebrochen. Der in Cottbus lebende Student der Biotechnologie ist seither querschnittsgelähmt und besitzt als so genannter schlechter Tetraplegiker nur noch eingeschränkte Beugemuskeln in Armen und Schultern. Das Handicap hält den 30-Jährigen aber nicht davon ab, am Sonntag in Berlin als Handbiker in einem handbetriebenen Rollstuhl auf drei Rädern erstmals bei einem Marathon zu starten.

Die Welt: Herr Ziesmer, freuen Sie sich auf Sonntag?

Ronny Ziesmer: Sicher, denn ich bin gespannt, auf was ich mich eingelassen habe. Gewissermaßen beginnt am Sonntag für mich damit ein neuer Lebensabschnitt. Nach fünf Jahren bin ich zurück als Wettkämpfer. Das hatte ich mir nicht träumen lassen.

Die Welt: Sind Sie von sich überrascht?

Ronny Ziesmer: Zumindest dahingehend, dass ich bei einem Marathon starte. Das wäre mir, als ich noch laufen konnte, nie in den Sinn gekommen. Ich empfand es als Wahnsinn, wie Sportler so viele Kilometer rennen konnten.

Die Welt: Muten Sie sich mit einem Marathon nicht gleich zu viel zu?

Ronny Ziesmer: Ich muss ja die 42,195 Kilometer nicht laufen. Bei kluger Krafteinteilung werde ich schon durchkommen. Schließlich kann ich auch mal aufhören zu kurbeln, und trotzdem rolle ich. Außerdem fahre ich ja nicht allein.

Die Welt: Wer begleitet Sie?

Ronny Ziesmer: Heinrich Köberle. Er ist ein alter Hase, hat über 150 Marathons bestritten und viermal bei den Paralympics gewonnen. 1982 siegte er zum ersten Mal beim Berlin-Marathon. Bei ihm habe ich mich vorbereitet. Trotz seiner 63 Jahre würde er mir davonfahren, doch er wird bis zum letzten Meter an meiner Seite bleiben.

Die Welt: In welcher Zeit möchten Sie ins Ziel kommen? Der Streckenrekord liegt bei 1:05,46 Stunden.

Ronny Ziesmer: Die Zeit ist zweitrangig. Ich will das Erlebnis aufsaugen; das erste Mal ist immer etwas ganz Besonderes. Vor Hunderttausenden Zuschauern habe ich noch nie einen Wettkampf bestritten, und als Turner hätte ich das auch nie erlebt

Die Welt: Denken Sie oft an die Zeit zurück, als sich Ihr sportliches Leben in der Turnhalle abspielte?

Ronny Ziesmer: Nein. Ich weiß, dass es das nicht mehr geben wird, also brauche ich auch keine Gedanken daran verschwenden, was wäre wenn....

Die Welt: Und es berührt Sie auch nicht, sich ausgerechnet in Kienbaum/Brandenburg auf Ihren ersten Marathon vorzubereiten, dort, wo der Trainingsunfall passiert ist?

Ronny Ziesmer: Der Ort hat nichts mit meiner Verletzung zu tun. Fehler passieren. Ich bin ein Mensch, der macht Fehler. Dass er so gravierende Auswirkungen hat, ist natürlich tragisch. Doch die Zeit lässt sich nicht zurückdrehen.

Die Welt: Wie sind Sie auf die Idee gekommen, beim Marathon zu starten?

Ronny Ziesmer: Das erste Mal saß ich im Handbike, als ich noch im Krankenhaus war. Das war im Frühjahr 2005. Errol Marklein, der wie kaum ein Zweiter die Rollstuhlszene bewegt hat, kam zu mir und setzte mich in solch ein Gefährt. Das war lustig und hat auch gleich Spaß gemacht, weil ich viel schneller fahren konnte als mit einem normalen Rollstuhl. Mir wurde gleich klar, dass dies eine der ganz wenigen Sportarten ist, die ich ausüben könnte.

Die Welt: Was aber gab nun den Ausschlag?

Ronny Ziesmer: Mit jedem gefahrenen Kilometer kam der Leistungssportler mehr durch. Ich leckte Blut. Zu Jahresbeginn habe ich mir dann für 7500 Euro eine maßgefertigte Rennmaschine von Errol gekauft und begonnen, mit einem Marathonstart zu liebäugeln. Seither trainiere ich viermal wöchentlich zwischen 60 und 80 Kilometer. Wissen Sie: Ich lebe, um wieder zu siegen. Einen Marathon durchzustehen, empfinde ich als gigantischen Erfolg.

Die Welt: Wie haben Ihre ehemaligen Turnkollegen um Fabian Hambüchen reagiert, als Sie von Ihrem Ansinnen erfahren haben?

Ronny Ziesmer: Die finden das toll und freuen sich für mich. Das habe ich an Ihren Reaktionen gespürt, was mir auch richtig gut tat. Bevor ich am Sonntag ins Handbike steige, werde ich Fabian und die anderen am Vortag noch in der Max-Schmeling-Halle bei der Champions Trophy sehen, wo ich als Co-Kommentator für das ZDF dabei sein werde.

Die Welt: Als TV-Kommentator haben Sie sich einen Namen gemacht. Wird das auch als Marathonstarter der Fall sein? Heinrich Köberle glaubt, dass Sie eines Tages an den ParaIympics teilnehmen werden.

Ronny Ziesmer: Dafür müsste ich irrsinnig viel und hart trainieren. Als schlechter Tetraplegiker, der nur noch mit den Bizeps kurbeln kann, bin ich im Vergleich mit den anderen Geschädigten, die auch noch ihre Trizeps und andere Muskelgruppen einsetzen können, extrem benachteiligt. Wir werden sehen, was die Zukunft noch alles bringt. Zu tun habe ich auch so genug.

Die Welt: Und zwar?

Ronny Ziesmer: Bis 2011 möchte ich mein Studium abschließen. Und dann will ich als Botschafter meiner Stiftung "Allianz der Hoffnung" weiter fleißig Geld akquirieren, um die Forschung auf dem Gebiet der Nervenzellen-Regeneration voranzutreiben. Ich wünsche mir, dass es künftig Therapieverfahren gibt, die anderen Menschen noch viel mehr als mir jetzt helfen können.

Interview: Gunnar Meinhardt (welt.de)
WM-Quali gewonnen: Helge Liebrich startet bei Champions Trophy
Boy und Juckel im Plan
15.09.09
Der Süßener Helge Liebrich hat am Dienstag den Nachtermin zur WM-Qualifikation der deutschen Turner in Stuttgart gewonnen. Der 21-Jährige ließ mit 86,00 Punkten den Cottbuser Philipp Boy (84,20) und den Hallenser Matthias Fahrig (81,00) hinter sich. «Er hat einen maximalen Wettkampf ohne Stabilitätsfehler geturnt, das war nahe am Optimum», zeigte sich Chef-Trainer Andreas Hirsch mit Liebrichs Vorstellung sehr zufrieden. Der Schwabe darf nun als Belohnung am 19. September an der Seite von Mehrkampf-Europameister Fabian Hambüchen die Champions Trophy turnen.

Auch die Leistung des von der Schweinegrippe genesenen Boy lag nach Ansicht von Hirsch im Plan. «Man muss das richtig einordnen. Er war durch seine Krankheit doch noch geschwächt», sagte er. Ob er Boy in der Londoner O2-Arena als zweiten Mehrkämpfer neben Hambüchen sieht, ließ er jedoch offen. Auch der Hallenser Matthias Fahrig ist an seinen Spezialgeräten noch nicht hundertprozentig in der Spur. Ein Ausfallschritt am Sprung und Ausführungsfehler am Boden machten die hohen Schwierigkeitswerte des 23-Jährigen wieder zunichte.

Boys Teamgefährte Robert Juckel trat nur an drei Geräten an. Aufgrund der guten Vorstellung soll er sich nach dem Willen von Hirsch bis zur WM gezielt auf einen Einsatz am Pauschenpferd vorbereiten. Mit dem Abschneiden des übermotiviert wirkenden Thomas Taranu war Hirsch dagegen nicht zufrieden. Der 22-Jährige von der KTV Straubenhardt hatte sich in Stuttgart auf seine Ringe-Übung beschränkt.

Konkrete Nominierungsergebnisse für die sechs zu vergebenden WM-Tickets lieferte auch der nachträgliche Überprüfungstermin aber erneut nicht. Turner-Chef Hirsch wird jedoch neben Hambüchen und dem an der Schulter verletzten Unterhachinger Marcel Nguyen alle Athleten, die sich der zusätzlichen Überprüfung gestellt hatten, mit in die unmittelbare Wettkampfvorbereitung (UWV) nach Kienbaum nehmen. Der Backnanger Sebastian Krimmer (Pauschenpferd) und der Hannoveraner Andreas Toba (Barren) dürfen ebenfalls in das Bundesleistungszentrum nach Brandenburg reisen.
(dtl)
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